MADE IN GERMANY
Julian Nagelsmann war nicht allein, auch auf Thomas Tuchel lastet die Sehnsucht einer nach Titeln dürstenden Fußballnation. Der Deutsche ist auf "Bring it home"-Mission mit dem Mutterland des Fußballs, er jagt die erste Trophäe Englands seit 1966. Vom Sofa aus also Tuchel und den Three Lions die Daumen drücken? Das mag manchem angesichts tiefverwurzelter Rivalitäten schwerfallen.
Einfacher erscheint da das Fiebern mit dem zweiten verbliebenen deutschen Trainer: Nach dem Last-Minute-Einzug ins Sechzehntelfinale geht Ralf Rangnick mit seinen Österreichern als klarer Underdog ins Duell mit Europameister Spanien.
(BUNDESLIGA-)STARS VON MORGEN?
Bisher ist es die WM der schillernden Namen: Kylian Mbappé, Lionel Messi, Erling Haaland – die besten Drei der Torjägerliste drückten bis dato dem Turnier ihren Stempel auf. Kein Platz also für Shootingstars? Mitnichten. Standesgemäß sind die K.o.-Duelle einer WM die Zeit, in der Helden geboren werden.
Mit Johan Manzambi (Schweiz, SC Freiburg), Ismael Saibari und Ayyoub Bouaddi (Marokko) oder auch Folarin Balogun (USA) stehen mindestens vier Gesichter der Vorrunde mit der Bundesliga in Bezug: Saibari wechselt wohl nach München, nach seinem Landsmann Bouaddi sollen die Bayern zudem die Fühler ausgestreckt haben. Und Borussia Dortmund scheint Balogun als Guirassy-Nachfolger in Betracht zu ziehen.
ABSCHIED
Die einen träumen fürs Erste vom Aufstieg auf den Fußballolymp, zwei Weltstars hingegen bereiten sich langsam auf den Abstieg vor: Für Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sind es wohl die letzten Auftritte auf größtmöglicher Bühne. Für alle Fans vor dem Bildschirm also die letzte Chance, Abschied von der aussterbenden Spezies dieser Larger-than-Life-Superstars zu nehmen.
Die letzten Karriere-Atemzüge der Ikonen erfolgen indes bei unterschiedlichen Bedingungen: Messi knackt mit 39 Jahren noch Allzeit-Rekorde und visiert den nächsten Titel an – Platzhirsch "CR7" kämpft eher mit den Zeichen der Zeit und einem Bedeutungsverlust in Portugals Offensive.
FIFA WM 2026
Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli ausgetragen. Bei Flashscore findest du alle Infos zur Endrunde in in den USA, Kanada und Mexiko.
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STARKE GASTGEBER
Seit jeher gilt: Die WM lebt auch von der Stärke ihrer Austragungsnationen. Fußballverrückte Mexikaner und aufstrebende Kanadier feierten die bisherigen Erfolge ihrer Teams – und "Soccer" reüssiert wie nie zuvor in den USA: TV-Sender Fox, der mit einem Experten-Duo aus Thierry Henry und Zlatan Ibrahimovic aufwartet, freut sich über Rekordquoten.
Schon das erste Spiel gegen Paraguay (4:1) flimmerte auf den Bildschirmen von rund 28 Millionen US-Haushalten – und knackte den elf Jahre alten Quotenrekord für ein Fußballspiel im US-Fernsehen. Den "Soccer-Hype" machen die US-Boys um Starspieler Christian Pulisic möglich, man träumt mittlerweile groß in den USA.
SUPERLATIVE
Es ist ein reges Rekordebrechen, das die FIFA dieser Tage auf ihrem X-Account verkündet: der höchste Zuschauerschnitt einer WM. Die meisten Tore bei einer WM. Dazu die meisten afrikanischen Nationen in einer K.o.-Runde oder etwa durchschnittlich drei Tore pro Partie – so viele wie nie.
Mit Blick auf die Torflut scheint der Schuldige ausgemacht und hört auf den Namen "Trionda". Der aus Deutschland stammende Flatter-Ball zieht derzeit den Unmut der Torhüter auf sich und wird für ein Gros der Distanztore verantwortlich gemacht. "Die Torhüter scheinen bei diesem Ball einfach nicht das richtige Timing zu finden", sagt Englands einstiger Nationaltorhüter Joe Hart. Für neutrale Beobachter ist das durchaus eine schöne Sache.

