Die Gewerkschaft "Unite Here Local 11", die über 30.000 Beschäftigte in Hotels, Flughäfen und Sportarenen vertritt, darunter rund 2000 Beschäftige der WM-Arena in Los Angeles, fordert bundesweite Garantien, dass ICE bei keinem der acht WM-Spiele in Los Angeles zum Einsatz kommen wird. Medienberichten zufolge hatte die Gewerkschaft zuletzt in dieser Frage bereits eine formelle Beschwerde gegen den Weltverband FIFA und weitere Organisationen bei der unabhängigen US-Bundesbehörde National Labor Relations Board (NLRB) eingereicht.
Die Präsenz von ICE schaffe ein "Klima der Angst", lautete einer der Vorwürfe der Gewerkschaft. "ICE sollte bei diesen Spielen keine Rolle spielen", sagte Isaac Martinez, angestellt als Stadionkoch, bei der Kundgebung: "Wir wollen nicht in Angst zur Arbeit kommen oder Angst haben, auf dem Heimweg festgenommen zu werden. Wenn wir keine Einigung erzielen, sind meine Kollegen und ich bereit zu streiken."
Insgesamt acht WM-Spiele im SoFi Stadium
Zudem wurden knapp einen Monat vor dem Turnier (11. Juni bis 19. Juli) Bedenken geäußert hinsichtlich des Akkreditierungsverfahrens der FIFA, das von den Beschäftigten verlangt, vor dem Turnier persönliche Daten einzureichen. "Wir fordern die FIFA auf, unsere Informationen nicht an ICE-Behörden, ausländische Staaten oder Geheimdienste weiterzugeben", sagte die Stadionangestellte Yolanda Fierro.
ICE-Direktor Todd Lyons hatte im Februar erklärt, dass seine Behörde während des Turniers eine Schlüsselrolle für die Sicherheit spielen werde. In der Öffentlichkeit wachsen seitdem Bedenken, dass ICE auch rund um die WM-Spiele aktiv werden könnte. Bei Einsätzen von ICE-Agenten wurden zu Beginn des Jahres in Minneapolis zwei Menschen erschossen.
In der Heimstätte der NFL-Teams Los Angeles Chargers und Rams im Vorort Inglewood sollen acht WM-Spiele stattfinden, unter anderem das Eröffnungsspiel des US-Teams gegen Paraguay (13. Juni).
Zum Match-Center: USA vs. Paraguay
