Beim Erfolg im Stade Pierre-Mauroy bildete Bayern-Flügelstürmer Olise gemeinsam mit Real-Madrids Kylian Mbappé sowie den PSG-Profis Désiré Doué und Ousmane Dembélé eine brandgefährliche Angriffsreihe. Das Pariser Duo war im vorangegangenen Test – einer Niederlage gegen die Elfenbeinküste – nach dem Champions-League-Sieg noch geschont worden.
Zum Match-Center: Frankreich vs. Nordirland
Gegen Nordirland stach Olise jedoch alle aus: Kurz vor und kurz nach der Pause verwertete er jeweils einen Abpraller eiskalt, ehe er den Schlusspunkt mit einem sehenswerten Distanzschuss von außerhalb des Strafraums setzte. Zuvor hatte Patrick Kelly zwischenzeitlich für die Gäste verkürzt.
Saliba rechtzeitig fit, Mbappé noch glücklos
"Wir brauchen einen Michael Olise auf genau diesem Niveau", schwärmte Deschamps nach der Partie. "Michael besticht durch die Leistungen, die er in dieser Saison sowohl bei Bayern als auch bei uns gezeigt hat." Der Nationaltrainer fügte an: "Er hat wirklich Großartiges geleistet und strotzt vor Selbstvertrauen. Bemerkenswert ist zudem seine Bereitschaft, sich defensiv wie offensiv voll reinzuhängen."
Positive Nachrichten gab es auch in der Defensive: Innenverteidiger William Saliba, der nach dem verlorenen Champions-League-Finale mit Arsenal leicht angeschlagen war, meldete sich rechtzeitig fit zurück. Damit gab er Deschamps einen wertvollen Vorgeschmack auf die mögliche Startelf für den WM-Auftakt gegen den Senegal am 16. Juni in New Jersey.
Dennoch lief im französischen Offensivspiel noch nicht alles rund. Die Abläufe wirkten phasenweise nicht eingespielt, und Kapitän Mbappé – dem nur noch ein Treffer fehlt, um den historischen Torrekord von Olivier Giroud einzustellen – blieb diesmal blass. Trotz des teils stockenden Spielflusses setzten die Franzosen die tief stehende nordirische Abwehr immer wieder unter Druck und zwangen sie zu hektischen Rettungsaktionen.
Kuriose Maßnahme zur WM-Vorbereitung
Kurios: Obwohl das Stadiondach in Lille an diesem kühlen, verregneten Abend geschlossen war, wurden in beiden Halbzeiten Trinkpausen eingelegt. Eine bewusste Maßnahme des Trainerstabs, um die Bleus auf absolut jedes klimatische Detail und die offiziellen Turnier-Abläufe bei der Weltmeisterschaft einzustellen.
Für die französische Auswahl geht es nun Schlag auf Schlag: Am Mittwoch bricht das Team ins Trainingslager nahe Boston auf. In der WM-Gruppe I trifft Frankreich neben dem Senegal außerdem in Philadelphia auf den Irak und in Foxborough auf Norwegen.
