"Es war mir eine Ehre, die Nationalmannschaft trainieren zu dürfen. Ich danke allen Italienern dafür, dass sie mir stets ihre Unterstützung gezeigt haben", wird Gattuso auf der Verbands-Website zitiert: "Der größte Dank gilt den Fans, allen Italienern, die der Nationalmannschaft in diesen Monaten stets ihre Liebe und Unterstützung entgegengebracht haben."
Zum Match-Center: Bosnien und Herzegowina vs. Italien
Der Nationaltrainer hatte dem Verband seinen Wunsch mitgeteilt, die Zusammenarbeit zu beenden, nachdem das Ausscheiden gegen Bosnien und Herzegowina im Elfmeterschießen besiegelt wurde. Am Freitag folgte die einvernehmliche Vertragsauflösung.
Die Entscheidung fällt nach Tagen wachsender Anspannung, in denen das sportliche Scheitern mit dem raschen Zerfall der gesamten Führungsstruktur rund um die Nationalmannschaft einherging. Innerhalb weniger Stunden wurde die Verbandsspitze komplett ausgetauscht: Zuerst der Rücktritt von Gravina, dann die Entscheidung von Buffon, sein Amt als Delegationsleiter niederzulegen.
Vor diesem Hintergrund war auch die Position von Gattuso nicht mehr zu halten. Das sportliche Projekt, das mit dem Ziel gestartet war, Geist, Identität und Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen, endet, ohne das wichtigste Ziel erreicht zu haben: Italien nach langer Abwesenheit wieder zur Weltmeisterschaft zu führen.
Neuanfang
Es steht eine der schwierigsten Entscheidungen für die Zukunft des italienischen Fußballs an: Die Suche nach dem nächsten Nationaltrainer in einer Phase, in der die Nationalmannschaft nach drei verpassten WM-Qualifikationen in Folge ihre Glaubwürdigkeit, Vision und Ergebnisse wiederherstellen muss.
Die endgültige Entscheidung über den neuen Trainer trifft der Präsident, der am 22. Juni gewählt wird. In der Zwischenzeit kursieren im Verband hochkarätige und erfahrene Namen: Zu den meistgenannten zählen weiterhin Massimiliano Allegri und Antonio Conte, denen zugetraut wird, dem Neuanfang sofort Gewicht und Autorität zu verleihen.
Parallel dazu wird auch eine Übergangslösung diskutiert: Silvio Baldini, derzeitiger Trainer der U21, könnte für die anstehenden Sommer-Testspiele gegen Luxemburg und Griechenland interimistisch die Leitung der Nationalmannschaft übernehmen, bis die neue Verbandsführung die endgültige Richtung vorgibt.
Für Italien beginnt damit eine Phase des völligen Umbruchs: Ohne Präsident, ohne Delegationsleiter und nun auch ohne Nationaltrainer startet der Neuaufbau bei null.
