Zwischen Fehlstart-Frust und Abwehr-Lob: Belgien nach Ägypten-Remis unter Zugzwang

Rudi Garcia spricht während einer Trinkpause zu seinen Spielern.
Rudi Garcia spricht während einer Trinkpause zu seinen Spielern.Lee Smith / Reuters

Die belgische Nationalmannschaft ist mit gemischten Gefühlen in die Weltmeisterschaft gestartet. Nach dem enttäuschenden 1:1-Unentschieden im Auftaktspiel der Gruppe G gegen Ägypten herrscht im Lager der "Roten Teufel" eine Mischung aus Selbstkritik, Zuversicht und Druck. Während Trainer Rudi Garcia die kommende Begegnung gegen den Iran bereits unmissverständlich zum "Pflichtsieg" ausgerufen hat, bemühte sich Innenverteidiger Brandon Mechele in Seattle, die positiven Aspekte einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang hervorzuheben.

Die erste Halbzeit verlief aus belgischer Sicht geradezu besorgniserregend. Die Mannschaft agierte in den Zweikämpfen zu nachlässig und zeigte sich am Ball ungewohnt schlampig, wodurch die El-Pharaonen das Spiel diktieren konnten.

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Folgerichtig ging Ägypten in der 18. Minute durch das erste Länderspieltor von Emam Ashour verdient in Führung, der nach einer unaufmerksamen Phase der belgischen Defensive völlig frei zum Abschluss kam. Nationaltrainer Garcia bemängelte folgerichtig den kollektiven Auftritt vor der Pause, bei dem sein Team phasenweise förmlich um Probleme gebettelt hatte. "Wir hätten als Mannschaft in der ersten Halbzeit besser sein müssen", so der Coach.

Das Blatt wendete sich im zweiten Durchgang, als spürbar mehr Feuer und Aggressivität ins belgische Spiel einkehrten. Der entscheidende Impuls kam in der 66. Minute mit der Einwechslung von Stürmerstar Romelu Lukaku.

Obwohl der Angreifer nach einer sporadischen Saison bei der SSC Neapel noch nicht fit für die Startelf ist, reichte seine physische Präsenz aus, um die ägyptische Hintermannschaft in Unruhe zu versetzen: Unter seinem Druck fälschte Verteidiger Mohamed Hany eine Flanke ins eigene Tor ab. Kurz vor dem Abpfiff verpasste der 33-jährige Mechele per Kopf nur knapp den späten Siegtreffer, nachdem Ägyptens Torhüter Mostafa Shobeir glänzend parierte.

Mechele lobt defensive Steigerung

Trotz des verpassten Dreiers lieferte die neu formierte Defensivreihe der Belgier ein wichtiges Erfolgserlebnis. Brandon Mechele bildete erst zum vierten Mal in seiner Länderspielkarriere gemeinsam mit dem jungen Nathan Ngoy von OSC Lille die Innenverteidigung. Dem Duo gelang es, das ägyptische Starduo um Mohamed Salah und Omar Marmoush nahezu komplett aus dem Spiel zu nehmen und sie auf insgesamt nur einen einzigen Torschuss zu beschränken.

Mechele zeigte sich entsprechend zufrieden mit der kompakten Mannschaftsleistung und betonte, dass die anfängliche Nervosität des Turniers nun abgeschüttelt sei. "In der zweiten Halbzeit war mehr Feuer in der Mannschaft, wir waren aggressiver und haben mit höherem Tempo gespielt."

Brandon Mecheles Statistiken gegen Ägypten
Brandon Mecheles Statistiken gegen ÄgyptenOpta via StatsPerform // DIRK WAEM / BELGA VIA AFP

Der Fokus der Belgier richtet sich nun voll auf das wegweisende Duell am kommenden Sonntag gegen den Iran. Da der Verband zum ersten Mal seit 2018 wieder die K.-o.-Runde einer Weltmeisterschaft erreichen will, ist die Marschroute laut Garcia alternativlos: Ein Sieg muss her, da gebe es keine zwei Meinungen.

Ob Flügelstürmer Jérémy Doku dann von Beginn an auflaufen kann, bleibt abzuwarten; er wurde in der 86. Minute wegen akuter Atemprobleme ausgewechselt, um laut Trainer Garcia wertvolle Körner und Energie für das bevorstehende Schlüsselspiel zu schonen.

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