Zurück aus dem Winterschlaf biegen Österreichs Vertreter in die entscheidende Phase der Europa-League-Ligaphase ein. Dabei geht es um mehr als nur Prestige: Der FC Red Bull Salzburg kämpft im Heimspiel gegen den FC Basel um die letzte realistische Chance auf die Zwischenrunde. Auf den SK Sturm Graz wartet in Rotterdam bei Feyenoord eine schwere, aber nicht aussichtslose Aufgabe.
Salzburg unter Zugzwang
39 Tage nach dem letzten Pflichtspiel kehren die Salzburger am Donnerstag auf die internationale Bühne zurück und stehen dabei gleich massiv unter Druck. Mit nur drei Punkten aus sechs Spielen liegt das Team von Thomas Letsch aktuell auf Rang 31. Basel steht mit sechs Zählern auf Platz 26.
Nur ein Sieg hält die Hoffnung auf einen Platz unter den Top 24 am Leben und verleiht dem abschließenden Gastspiel bei Aston Villa überhaupt noch Bedeutung. Die Rollen sind klar verteilt: Salzburg muss, Basel darf. Kapitän Mads Bidstrup spricht von einem Pflichtsieg, um sich noch ein „Finale“ in Birmingham zu erarbeiten.

Mit großer Geschichte und zahlreichen Fans, aber durchwachsener Form reist der Schweizer Meister nach Wals-Siezenheim. Der Jahresauftakt brachte nur ein 1:1 gegen den FC Sion. Torschütze war der Ex-Salzburger Flavius Daniliuc, den Assist lieferte Kapitän Xherdan Shaqiri. In der Super League liegt das Team von Ludovic Magnin derzeit auf dem vierten Platz. International stehen zwei Siege gegen den VfB Stuttgart und FCSB zu Buche.
Ein direktes Europacup-Duell gab es bereits in der Saison 2013/14, als Salzburg nach einem 1:2 daheim und einem 0:0 in Basel knapp scheiterte. Am Donnerstag zählen jedoch keine Rückblicke, sondern nur 90 Minuten in der Red Bull Arena (21:00 Uhr, live bei ServusTV).

Sturm vor schwerem Auswärtsspiel
Ebenfalls am Donnerstag (18:45 Uhr, live auf Canal+) wartet auf den SK Sturm Graz ein echter Härtetest. Das Auswärtsspiel bei Feyenoord Rotterdam führt die „Blackies” in eines der stimmungsvollsten Stadien Europas. Die Niederländer haben am Wochenende das Derby gegen Sparta Rotterdam mit 3:4 verloren und rangieren in der Europa League aktuell auf Platz 30, exakt zwischen Sturm und Salzburg.
Für Sturm bietet die aktuelle Form des Gegners Ansatzpunkte. Feyenoord präsentierte sich defensiv anfällig, zudem ist der Einsatz des verletzten 9ers Ayase Ueda fraglich. Die Grazer wollen diese Unsicherheiten nutzen, um auswärts anzuschreiben. Ein Punktgewinn würde die Ausgangslage vor der letzten Runde, dem Heimspiel gegen Brann Bergen, deutlich verbessern.
Die Grazer treten in Rotterdam mit einem Sondertrikot unter dem Slogan „Stop Violence against Women“ an und nutzen die europäische Bühne, um Haltung zu zeigen. Eine limitierte Auflage dieser Trikots ist online erhältlich. Zudem werden einige der in Rotterdam getragenen Trikots versteigert. Der Erlös kommt der Kampagne „STURM HILFT” zugute.
Nun wollen die Grazer auch sportlich ein Zeichen setzen und in der Europa League reüssieren. Ihr Weg wird wohl leichter sein als der von Red Bull Salzburg. Einfach wird es für keinen der beiden. Fest steht: Am Donnerstag fällt die Vorentscheidung, ob der Europacup-Winter für Österreich noch eine Fortsetzung findet.
