Geduld statt Frust: Straßer setzt auf "coole" Klassiker

Linus Straßer gibt nicht auf
Linus Straßer gibt nicht aufIPA Sport/ABACA / Abaca Press / Profimedia

Linus Straßer tut sich schwer. Doch Zweifel am Olympia-Plan kennt er nicht - im Gegenteil.

Linus Straßer stützte seine Ellbogen auf die Knie und vergrub den behelmten Kopf in seinen Handschuhen. Der beste deutsche Skirennläufer wusste sofort, dass er beim stimmungsvollen Nachtslalom von Madonna di Campiglio die große Chance hatte liegen lassen, seine Saison zum Guten zu wenden. "Der da unten", sagte Straßer über einen folgenschweren Fehler im Finale, "tut richtig weh".

Auf "wirklich gutem Weg"

Als Siebter des ersten Laufs hatte er in Schlagdistanz zur Spitze gelegen, doch seine Aufholjagd misslang. Straßer verpasste eine Welle, hielt sich mit verdrehtem Oberkörper und quer gestellten Skiern im Kurs – doch das Tempo war weg: Rang 14. "Du merkst", meinte er im BR über sein Malheur, "dass du mit den Zuschauern reden kannst, weil du so langsam an denen vorbeifährst".

Straßer lächelte, als er das sagte. Denn obwohl die erhofften Ergebnisse in dieser Saison bislang ausgeblieben sind, sieht er sich "auf einem wirklich guten Weg". Auch bei der schwierigen Abstimmung auf sein neues Material. "Ich habe es mir über die letzten Wochen hart erarbeitet mit meinem Trainer, meinem Servicemann", sagte er. Zweifel am Olympia-Plan? Keine.

Das Rennen in Madonna – das der französische Olympiasieger Clement Noel gewann – bestätigte Straßer sogar in seinem Tun. "Die Stabilität ist absolut da", sagte er. Es gelte nun, "zwei komplette Läufe aneinanderzureihen. Ich bin da absolut zuversichtlich."

Auch Neureuther zuversichtlich

Zumal der holprige Start mit nur einem Top-Acht-Ergebnis in fünf Slaloms für ihn nicht neu ist. Auf dem langen Weg zu WM-Bronze fehlten im vergangenen Winter zunächst auch die Resultate. "Der Linus", meinte ARD-Experte Felix Neureuther, "braucht immer ein bisschen, um in die Saison zu kommen. Der Januar, wenn die Klassiker beginnen, das liegt ihm."

Vor einem Jahr schaffte Straßer die Wende nach zuvor drei Rennen ohne Punkte als Sechster in Madonna. Es folgten die Ränge vier, 13, fünf und vier bei den Klassikern in Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming – und schließlich WM-Rang drei.