Er habe "nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich gerne mit dieser Mannschaft weiterarbeiten würde", sagte der Isländer bei einem Medientermin vor dem doppelten Härtetest gegen Afrikameister Ägypten und schob die Frage aller Fragen im deutschen Handball damit endgültig zu den Verbandsvorderen. Er habe einen "sehr guten Kontakt zu allen Leuten beim DHB" und sei "da sehr locker", betonte Gislason nicht zum ersten Mal: "Letztendlich müssen die entscheiden, wie es weitergeht. Ich werde diese Entscheidung akzeptieren."
Je näher die Heim-WM rückt, desto drängender dürften die Fragen zur Gislason-Zukunft werden. Zählen die Testspiele gegen Ägypten am Donnerstag in Dortmund (18.15 Uhr) und am Sonntag in Bremen (15.30/beide ProSieben und Dyn) schon zur großen Abschlusstournee?
Gislason oder ein jüngerer Trainer?
Und geht es bei der EM-Endrunde im Januar in München (Vorrunde) und Köln (Haupt- und Finalrunde) tatsächlich um den goldenen Abschluss der großen Gislason-Ära? Oder darf sich der verdiente DHB-Coach noch den Traum von Olympia 2028 in Los Angeles erfüllen, in jener Stadt also, in der er 1984 bereits als Spieler unter den Ringen auflief?
Während der Verband bislang keine Veranlassung sieht, seine Gretchenfrage öffentlich zu diskutieren, wird in der Szene längst eifrig getuschelt. Im Kern geht es darum, ob die junge deutsche Mannschaft nach dem Höhepunkt 2027 einen neuen Impuls in Form eines wahrscheinlich dann jüngeren Trainers bekommt oder Gislason selbst das bestellte Feld weiter ernten darf.
Die Personalie Gislason sorgte in der jüngeren Vergangenheit immer wieder für Diskussionen. Obwohl die Ergebnisse mit Olympia-Silber und dem zweiten Platz bei der Europameisterschaft im Januar für sich sprachen, kam zwischendurch ein ums andere Mal Kritik an der Spielweise des Teams auf, an der Aufstellung und am Coaching.
Die Mannschaft, auch das muss erwähnt sein, stellte sich stets hinter ihren Trainer. Nach dem erfolgreichen Umbruch und der Rückkehr in die Weltspitze genießt Gislason viel Anerkennung.
Egal wie die Sache mit dem DHB ausgeht: Aufhören mit dem Handball wird der "ewige Alfred" ganz sicher nicht. Das Feuer brennt auch nach 35 Trainerjahren noch. Er werde weitermachen, sagte der 66-Jährige, "solange ich den Glauben habe, etwas geben zu können, das hilft".
