Golf: Dominanter McIlroy stürmt an Masters-Spitze – Rekordvorsprung vor Wochenende

Rory McIlroy beim Masters in Augusta
Rory McIlroy beim Masters in AugustaAndrew Redington / Getty Images via AFP / Profimedia

Rory McIlroy hat am Freitag eines der spektakulärsten Finishes der Major-Geschichte abgeliefert. Mit sechs Birdies auf den letzten sieben Löchern erspielte er sich nach 36 Löchern im Augusta National einen historischen Vorsprung von sechs Schlägen auf die Verfolger Sam Burns und Patrick Reed.

Trotz der tückischen, harten Bedingungen unterschrieb McIlroy eine brillante 65er-Runde (-7). Mit insgesamt 132 Schlägen (-12) führt er das Feld zur Halbzeit des ersten Majors des Jahres souverän an. Besonders beeindruckend: Auf der 17. Bahn lochte die Nummer zwei der Welt einen 29-Yard-Pitch sensationell direkt ein, bevor er am Finalloch einen Birdie-Putt aus knapp zwei Metern versenkte.

Damit brach er den bisherigen Masters-Rekordvorsprung nach zwei Runden. Die Ironie dabei? In der Statistik der getroffenen Fairways belegt McIlroy aktuell lediglich Platz 90 von 91 Spielern.

"Ein unglaubliches Ende der Runde", staunte McIlroy selbst. "Als ich am Abschlag der 12 stand, hätte ich nie gedacht, dass ich mit sechs Schlägen Vorsprung ins Wochenende gehe."

Masters: McIlroy mit Moment des Tages

Der Nordire, der als erst vierter Spieler in der Geschichte seinen Titel erfolgreich verteidigen könnte, startete seine Serie mit präzisen Birdie-Putts an der 12 und 13. "Wenn man geduldig bleibt und kluge Entscheidungen trifft, wird man auf diesem Platz belohnt", erklärte er seine Strategie.

Nach weiteren Schlaggewinnen an der 15 und 16 folgte der Moment des Tages – der Pitch-in an der 17. "Ich konnte gerade so über die Kuppe sehen und sah plötzlich, wie alle aufsprangen. Ich wusste beim Treffmoment, dass er perfekt war – dass er reinging, war das Sahnehäubchen."

Während McIlroy Geschichte schrieb, musste Patrick Reed am letzten Loch einen Rückschlag hinnehmen. Ein verpasster Birdie-Putt und ein resultierendes Bogey ließen ihn mit einer 69er-Runde zurückfallen; er teilt sich Rang zwei nun mit Sam Burns (beide 138 Schläge). Dahinter lauern Justin Rose, Tommy Fleetwood und Shane Lowry auf dem geteilten vierten Platz (139).

Historischer Vorsprung

McIlroys Weg an die Spitze war jedoch keine reine Einbahnstraße. Nach einem starken Start mit Birdies an der 2, 3 und 4 warfen ihn zwei Bogeys nach Bunkerbesuchen (Loch 5 und 10) zunächst zurück – nur um die Bühne für sein furiose Finale zu bereiten. Trotz des historischen Polsters bleibt der Spitzenreiter demütig: „Ich weiß, was hier alles passieren kann. Man darf sich in Augusta nie zu früh freuen. Morgen wird alles auf Null gesetzt.“

Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt das Gewicht dieses Vorsprungs: Größen wie Scottie Scheffler (2022) oder Jack Nicklaus (1975) führten nach 36 Löchern mit fünf Schlägen und siegten am Ende.

Das weitere Feld im Überblick:

Verfolgergruppe (140 Schläge): Unter anderem Li Haotong, Wyndham Clark, Jason Day und Tyrrell Hatton.

Scottie Scheffler: Der Weltranglistenerste liegt nach einer 74er-Runde bei insgesamt 144 Schlägen zurück.

Prominente Ausfälle: Bryson DeChambeau verpasste nach einem schwachen Finish (Bogey/Doppel-Bogey) mit insgesamt 150 Schlägen den Cut (+4). Auch Robert MacIntyre schied aus.

Jon Rahm: Der Spanier rettete sich mühsam ins Wochenende und schaffte den Cut punktgenau.