"Lebenslanger Traum“: Co-Führender Young schielt auf ersten Masters-Titel

Cameron Young während der dritten Runde des Masters 2026
Cameron Young während der dritten Runde des Masters 2026Hector Vivas / GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Cameron Young greift am Sonntag nach seinem ersten Major-Titel, um seinen Platz in der Weltspitze endgültig zu zementieren. Nach einer fabelhaften Aufholjagd startet er schlaggleich mit Rory McIlroy als Co-Leader in die Finalrunde des Masters.

Mit einer beeindruckenden 65er-Runde am Samstag – seinem persönlich besten Ergebnis in bisher 15 Runden im Augusta National – katapultierte sich Young auf insgesamt elf unter Par. Damit spielt er nun um den prestigeträchtigsten Sieg seiner Karriere.

"Davon habe ich schon sehr lange geträumt", gestand Young. Dabei sah es anfangs kaum danach aus: Er war mit acht Schlägen Rückstand auf den Führenden McIlroy in den Samstag gestartet, entfachte dann aber mit vier Birdies auf den ersten acht Löchern ein wahres Feuerwerk.

Young mit spektakulärer Leistungssteigerung

Nach einem weiteren Birdie aus zweieinhalb Metern an der Zehn sowie zwei Schlaggewinnen an den Bahnen 13 und 14 schien er nicht zu stoppen. Selbst ein Wasserball an der 15, der zu einem Bogey führte, warf ihn nicht aus der Bahn: Er konterte prompt mit einem spektakulären 8-Meter-Putt an der 16 und übernahm zeitweise sogar die alleinige Führung, während McIlroy strauchelte.

Dass er am Sonntag um das Green Jacket spielen würde, hätte Young nach seinem holprigen Start am Donnerstag wohl selbst kaum geglaubt. "Hätte mir am Donnerstagmittag jemand gesagt, dass ich am Finaltag in Schlagdistanz zur Spitze liege, hätte ich das sofort unterschrieben – besonders, nachdem ich Rorys Form gesehen habe", gab er offen zu. "Ein guter oder schlechter Start kann hier alles verändern. Morgen geht es nur darum, dranzubleiben und so lange wie möglich oben mitzumischen."

Überraschend kommt sein Erfolg für Experten jedoch nicht. Sein Aufstieg verlief stetig: Er begann mit seinem Premierensieg auf der PGA Tour bei der Wyndham Championship im August, glänzte beim Ryder Cup und triumphierte erst im letzten Monat bei der Players Championship.

Bekannter Name in Top 10

"Ich bin heute viel besser darin, im Moment zu bleiben", erklärt Young seine mentale Stärke. "In Augusta ist das der Schlüssel zum Erfolg. Man bekommt hier gute wie schlechte Breaks. Entscheidend ist, Fehler sofort abzuhaken. Wer hier wütend oder ungeduldig wird, wird vom Platz gnadenlos bestraft."

Young ist kein Neuling im Rampenlicht der Majors. In den letzten drei Jahren landete er zweimal in den Top Ten des Masters und feierte 2022 einen starken zweiten Platz bei der Open Championship. Er weiß genau, wie schnell sich das Momentum auf den tückischen Grüns von Augusta drehen kann.

Obwohl er auf die Erfahrung seines Players-Sieges baut, will er die Finalrunde mit maximalem Fokus angehen. "Meine bisherigen Erfolge spielen morgen keine Rolle", so Young kämpferisch. "Ich nehme das Positive mit, aber den Sieg muss ich mir morgen neu verdienen. Der beste Weg dahin ist, den Tag mit genau derselben Einstellung anzugehen wie die ersten drei."