McIlroy nach enttäuschendem Masters-Samstag: "Muss morgen besser spielen"

Rory McIlroy während der dritten Runde des Masters 2026
Rory McIlroy während der dritten Runde des Masters 2026JOHN ANGELILLO / UPI

Nach einer ernüchternden zweiten Runde, in der sein komfortabler Sechs-Schläge-Vorsprung schmolz, suchte Rory McIlroy am Samstagabend sofort die Driving Range von Augusta National auf. Mit einer 73er-Runde (+1) verlor er seine alleinige Dominanz und teilt sich nun mit elf unter Par (insgesamt 205 Schläge) die Spitzenposition mit dem Weltranglistendritten Cameron Young. Das Finale am Sonntag verspricht Hochspannung: Elf Verfolger lauern innerhalb von nur fünf Schlägen Rückstand.

"Ich muss das Positive sehen, auch wenn es davon heute nicht allzu viel gab", resümierte McIlroy kritisch. "Immerhin habe ich mich zurückgekämpft und zum Ende hin wieder gute Schläge gezeigt. Ich bin nach wie vor in einer hervorragenden Ausgangslage."

Obwohl er nach 36 Löchern noch einen Rekordvorsprung hielt, kämpfte McIlroy am Samstag immer wieder mit unpräzisen Drives, die ihn oft in die bewaldeten Randzonen zwangen. Dank starker Rettungsaktionen mit dem Wedge und auf dem Grün rettete er mehrfach das Par, obwohl sein Schwung sichtlich an Konstanz verlor.

"Wenn ich es schaffe, meinen Unterkörper im Treffmoment aktiver einzusetzen, sollte sich das Problem lösen", erklärte er seine technische Analyse. "Ich werde jetzt noch einige Bälle schlagen, um die Flugkurven wieder zu stabilisieren."

Dabei gab er zu, dass es ihm phasenweise an der nötigen Entschlossenheit fehlte: "Es geht darum, dem eigenen Schwung voll zu vertrauen. Das ist mir heute nicht immer gelungen, aber ich bin zumindest bei meinem Spielplan geblieben."

McIlroy auf Mission Titelverteidigung

McIlroy hat die Chance, Historisches zu leisten: Er könnte nach Tiger Woods, Jack Nicklaus und Nick Faldo erst der vierte Spieler werden, der das Grüne Jackett erfolgreich verteidigt. "Ich hoffe, dass ich morgen befreiter aufspielen kann – mit dem Bewusstsein, dass ich das Jackett bereits einmal gewonnen habe", gab er sich kämpferisch.

Der Kurs in Augusta verlangte ihm und seinem Flightpartner Cameron Young alles ab. Besonders die Back Nine wurden zur Belastungsprobe: Ein Doppel-Bogey an der 11 und ein Bogey an der 12 ließen Young kurzzeitig vorbeiziehen. "Nach dem Patzer an der 11 war ich kurzzeitig nervös, aber die Birdies an der 14 und 15 waren die richtige Antwort."

McIlroy ist sich der harten Konkurrenz bewusst: "Der Platz war heute bespielbar, das zeigen die niedrigen Scores der Konkurrenz. Viele Spieler haben morgen eine Siegchance. Ich liege zwar immer noch in Führung, aber ich weiß genau: Wenn ich gewinnen will, muss ich mein Level morgen deutlich steigern."