Trotzdem sieht er sich selbst in einer neuen Phase: "Früher war ich das Kind, das von allen lernen wollte. Jetzt bin ich in einem anderen Moment", sagt der 1997 geborene Sohn von Trainerlegende Talant Dujshebaev.
Die Vorbereitung auf das Turnier verlief aus seiner Sicht trotz einzelner Rückschläge insgesamt positiv. Zwar habe es zuletzt einen kurzen "Blackout" gegeben, doch insgesamt habe die Mannschaft gut gearbeitet und fühle sich bereit. Entscheidend sei nun, Schritt für Schritt zu denken und sich auf das jeweils nächste Spiel zu konzentrieren.

Über die Gruppengegner Serbien, Österreich und Deutschland (Montag, 19.1. 20:30 Uhr/Flashscore-Audioreportage) wollte sich Spanier mit den kirgisischen Wurzeln nicht explizit äußern, sondern gab zu Protokoll: "Wir wissen, dass jedes Spiel schwer wird. Unser Fokus liegt darauf, gut zu starten und uns von dort aus weiterzuarbeiten."
Über konkrete Zielmarken spricht Dujshebaev ebenfalls bewusst zurückhaltend. Medaillen oder Platzierungen seien im modernen internationalen Handball schwer vorherzusagen, da viele Teams auf ähnlichem Niveau agierten. Spanien wolle vor allem eines zeigen: Geschlossenheit, Einsatz und Attraktivität.
Dujshebaev: Dänemark EM-Favorit – alles dahinter offen
"Wir wollen vermitteln, dass wir alles auf dem Feld lassen und dass es Spaß macht, uns spielen zu sehen." Wenn man es bis ins Halbfinale schaffe, sei ohnehin alles möglich – "dann ist jedes Spiel wie ein Münzwurf".
Besonders emotional blickt Dujshebaev auf die olympische Bronzemedaille von Paris 2024 zurück. Nachdem er die Spiele von Tokio verletzungsbedingt verpasst hatte, bedeutete der Erfolg für ihn sehr viel. "Jeder Athlet träumt von Olympia. Nach all den Jahren der Arbeit ist dieses Gefühl jede Mühe wert gewesen." Die verpasste Teilnahme habe ihn eher zusätzlich motiviert, weiter hart zu arbeiten.

Mit Blick auf die Favoritenrolle verweist Dujshebaev auf die außergewöhnliche Qualität Dänemarks, betont aber erneut die Ausgeglichenheit im Spitzenhandball. "Frankreich ist immer dabei. Portugal macht es auch sehr gut, wir haben ja gerade erst gegen sie gespielt. Sie kommen mit viel Schwung. Es gibt mehrere Teams, die auf Augenhöhe sind, und jeder kann es schaffen."
Auch auf Vereinsebene steht der Spanier an einem Wendepunkt. Nach vielen Jahren in Kielce, die er als prägend und familiär beschreibt, ist seine sportliche Zukunft noch offen. "Nichts ist in Stein gemeißelt. Im Moment konzentriere ich mich voll auf die Europameisterschaft. Danach werde ich sehen, wie es weitergeht.“ Die Zeit in Polen habe ihn sportlich wie persönlich geformt, wofür er Verein und Umfeld sehr dankbar sei.
