"Die Spielpläne für die kommenden Europameisterschaften werden angepasst, um die Belastung der Spieler zu reduzieren und eine möglichst ausgewogene Verteilung von Ruhe- und Reisetagen zu gewährleisten", teilte die EHF in einem Statement am Freitag mit. Am Vortag hatte Sigurdsson den Dachverband auf der Pressekonferenz vor dem Halbfinals gegen Deutschland scharf attackiert, er sprach von einem "Zirkus" und bezeichnete die EM-Organisation als "absolute Schande".
Einführung eines Viertelfinales?
Laut EHF seien die Abläufe stets frühzeitig in Zusammenarbeit mit den Ausrichtern festgelegt worden, Doppelspieltage habe es auch bei früheren Turnieren gegeben. Für die Frauen-EM 2026 in Polen, Rumänien, Tschechien, der Slowakei und der Türkei werde man Reise- und Spieltage nun aber trennen. Bei der Männer-EM 2028 in Spanien, Portugal und der Schweiz soll es keine Spiele an aufeinanderfolgenden Tagen mehr geben.
Darüber hinaus laufen Gespräche über die Einführung eines Viertelfinales ab der Frauen-EM 2028 in Skandinavien. Dadurch sollen die bisherigen neun Spiele pro Team erhalten bleiben, aber zwischen den Partien soll stets mindestens ein Ruhetag liegen.
Sigurdsson hatte am Donnerstag eine beispiellose und knapp dreiminütige Abrechnung auf dem Podium abgeliefert. In einem wütenden Monolog verglich er die EHF mit einem Fast-Food-Unternehmen, das nur verkaufe, aber keine Verantwortung für Spieler oder Teams übernehme.
Seine Mannschaft hatte zuvor an zwei aufeinanderfolgenden Spieltagen antreten müssen und nach dem Abschluss der Hauptrunde im schwedischen Malmö eine rund vierstündige Busfahrt über 340 Kilometer zum Finalspielort Herning auf sich genommen. Nach zwei Spielen binnen 22 Stunden seien die Spieler "wie Tiefkühlhähnchen" in den Bus gesteckt worden, klagte Sigurdsson.
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