Nun richtet sich der volle Fokus auf Samstag und damit auf das zweite Vorrunden-Endspiel gegen Spanien. Gegen Deutschland brachte Österreich den Gruppenfavoriten mit großer Intensität und viel Herz zwischenzeitlich ins Wanken. Mehrfach kämpfte sich das Team nach Rückständen zurück, letztlich entschieden Details zugunsten des DHB.
Teamchef Iker Romero zeigte sich dennoch stolz auf seine Mannschaft: „Der Wille war da, die Deckung war richtig gut, wir haben 60 Minuten gekämpft. Wenn du gegen Topteams gewinnen willst, muss alles klappen.“ Gleichzeitig stellte er klar: „In zwei Tagen haben wir jetzt ein erstes Finale.“
Genau dieses Finale wartet nun mit Spanien. Bereits vor dem Turnier hatte Sportdirektor Patrick Fölser von drei Endspielen in der Vorrunde gesprochen – das zweite davon ist nun Realität. Um das große Ziel Hauptrunde weiter realistisch zu halten, braucht Österreich Zählbares. „Jetzt geht es darum, Punkte zu machen“, so Fölser. „Spanien und Serbien sind zwei Topmannschaften. Das wird nicht einfach.“
Der kommende Gegner bringt andere Anforderungen mit als Deutschland. Während das Auftaktspiel von Physis und Abwehrarbeit geprägt war, erwartet Spielmacher Lukas Hutecek eine taktisch geprägte Partie: „Spanien spielt sehr diszipliniert, gibt kaum Bälle her. Wir müssen unsere Zweikämpfe gewinnen.“ Auch Romero betont die Unterschiede: „Spanien spielt seit Jahren ein klares System. Das ist verinnerlicht und macht sie so gefährlich. Sie haben einen kleinen Umbruch, aber alle neuen Spieler kennen dieses System.“
Für den ÖHB-Teamchef ist es zudem ein besonderes Duell. Romero stammt aus Spanien, wurde sogar Weltmeister. Er steht erst seit kurzer Zeit an der Seitenlinie der Österreicher. Die Abläufe sind noch nicht über Jahre gewachsen, umso wichtiger war der Auftritt gegen Deutschland als Bestätigung des eingeschlagenen Weges. Darauf soll nun aufgebaut werden.
Emotion und Zusammenhalt sollen erneut die Basis bilden. „Wir sind bereit, wieder alles zu geben“, sagt Hutecek. „Unser Zusammenhalt und unsere Emotionen machen uns stark. Das Spiel von gestern ist abgehakt. Der volle Fokus liegt auf morgen. Es ist noch nichts passiert.“
Mut macht auch der Blick zurück. Bei der EHF EURO 2024 rang Österreich Spanien ein Unentschieden ab, schaffte dadurch den Sprung in die Hauptrunde – während die Iberer früh abreisen mussten. Die Gesamtbilanz spricht zwar klar für Spanien, doch Rot-Weiß-Rot hat schon gezeigt, dass Überraschungen möglich sind.
Die Ausgangslage ist klar: Nach einer starken, aber unbelohnten Leistung zum Auftakt zählt gegen Spanien nur eines – Punkte. Gelingt das, bleibt der Traum von der Hauptrunde am Leben.
