"Selbstdarsteller": Gislason schießt gegen Kritiker – "Kein taktisches Verständnis"

Alfred Gislason hat sich nach Ende der Handball-EM zu Kritik an seiner Person geäußert.
Alfred Gislason hat sich nach Ende der Handball-EM zu Kritik an seiner Person geäußert.SINA SCHULDT / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Bundestrainer Alfred Gislason hat nach der EM-Silbermedaille mit Deutschlands Handballern gegen seine Kritiker ausgeteilt. "Wir wissen alle, dass die nicht allzu viel Ahnung haben", wird der Isländer von der Bild-Zeitung zitiert: "Wenn du ein Podcaster bist und du musst eine Stunde die Woche irgendwas erzählen, dann... Keiner von denen war jemals Trainer. Ich kenne deren taktisches Verständnis. Und keiner von denen hat damals in der Abwehr gestanden."

Nach der Vorrunden-Niederlage gegen Serbien (27:30) hatten sich die früheren Nationalspieler Stefan Kretzschmar, Pascal Hens und Michael Kraus im "Harzblut"-Talk von Dyn kritisch über Gislason geäußert. Es habe "die Führung von außen gefehlt", monierte 2007-Weltmeister Hens. Man habe im Angriff "keinen Plan B". Kraus, ein weiterer WM-Champion von vor 19 Jahren, wählte noch deutlichere Worte: "Alfred, scheiße gecoacht, vercoacht."

Entwicklung des DHB-Teams freut Gislason

Gut zwei Wochen nach dem drohenden Vorrunden-Aus holte Deutschland am Sonntag die erste EM-Medaille seit dem Titelgewinn 2016. "Wenn es nur ein klein bisschen ein halbes Dreckspiel ist, dann ist jeder von diesen Selbstdarstellern bereit, uns ans Bein zu pinkeln", sagte Gislason: "Also kann ich in Ruhe weitermachen."

Der 66-Jährige freut sich "extrem" über die Entwicklung seiner Mannschaft. "Es freut mich noch mehr als die Silbermedaille. Und die Entwicklung ist noch nicht vorbei."