Wolff hält den Sieg fest: DHB-Team revanchiert sich auch dank Schluroff bei Portugal

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Wolff wird dank 13 Paraden zum Spieler des Spiels
Wolff wird dank 13 Paraden zum Spieler des SpielsFoto von SINA SCHULDT / DPA / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Zum Start in die EM-Hauptrunde bewahrt das deutsche Team in einem Krimi gegen Portugal die Nerven. Ausschlaggebend waren vor allem zwei Spieler.

Deutschlands Handballer um ihren überragenden Scharfschützen Miro Schluroff hüpften ausgelassen im Kreis, Torhüter Andreas Wolff zeigte die Siegerfaust: Angeführt von seinem Super-Duo hat das DHB-Team im hitzigen Nervenduell gegen Portugal kühlen Kopf bewahrt und einen perfekten Start in ihre EM-Hauptrunde hingelegt.

Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason besiegte den WM-Vierten zur ungewohnten Anwurfzeit am Donnerstagnachmittag 32:30 (11:11) und hat bei ihrer Medaillenmission mit nun 4:0 Punkten sehr gute Chancen im Rennen um das Halbfinale.

"Es fällt eine Riesenlast ab. Das war ein unfassbar wichtiges Spiel für den Ausgang dieser Gruppe, und jetzt ist die Freude einfach riesig", sagte Joker Schluroff in der ARD. Wolff staunte, wie "der Miro die Dinger da reingeschrotet hat". Der Sieg nach der deutlichen Leistungssteigerung habe gezeigt, "dass wir immer den Kopf oben halten und positiv bleiben müssen".

Wolff mit Glanzvorstellung

Vor 6145 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen in Herning benötigte Deutschland in der Tat einen langen Atem. Die Portugiesen, die im Vorjahr die deutschen WM-Träume im Viertelfinale von Oslo beendet hatten, erwiesen sich mit ihrer knüppelharten Deckung als der erwartet knifflige Gegner. "Wir haben in der ersten Halbzeit auch so viele technische Fehler gemacht, haben einfach etwas überdreht", sagte Gislason: "Aber die zweite Halbzeit war wirklich super, eine riesige Leistungssteigerung."

Wolff hielt Deutschland in einem schwachen ersten Abschnitt mit starken Paraden im Spiel. Nach der Pause, als das Spiel immer hitziger wurde, übernahm neben dem Kieler Keeper aber auch Schluroff viel Verantwortung und traf in Serie. Der Gummersbacher avancierte mit sieben Treffern zum besten deutschen Werfer, alle Tore erzielte er im zweiten Abschnitt.

 Auch eine Rote Karte wegen übermäßiger Härte für Kapitän Johannes Golla (53.) konnte das deutsche Team in der Schlussphase nicht schocken. Dem Kreisläufer droht allerdings eine Sperre. "Es wäre sehr bitter für uns, ihn im nächsten Spiel zu verlieren", sagte Gislason: "Aus meiner Sicht war es gar keine Rote Karte."

Viele Fehler in der Anfangsphase

Nächster DHB-Gegner ist am Samstag (20.30 Uhr/ZDF) Norwegen. Anschließend warten weitere Kracherspiele gegen Olympiasieger Dänemark am Montag (20.30 Uhr/ARD) und Titelverteidiger Frankreich am Mittwoch (18.00 Uhr/ZDF). Nur die besten zwei Teams der Hauptrundengruppe erreichen das Halbfinale.

Wolff warnte vor der Partie gegen die Südwesteuropäer, die zum Vorrundenabschluss dem Olympiasieger Dänemark beim 31:29 die erste Niederlage in Herning seit zwölf Jahren zugefügt hatten, vor allem vor den "alles überragenden" Costa-Brüdern Francisco und Martim. Kreisläufer Justus Fischer nannte den Gegner ein "ganz schönes Brett. Aber wenn man das Turnier gewinnen möchte, muss man jedes Team schlagen."

Das deutsche Team benötigte eine gewisse Anlaufzeit. Zwar hatte die Abwehr die Costa-Brüder, die bei Portugals EM-Coup gegen die Dänen zu zweit 18 der 31 Treffer erzielt hatten, in der ersten Halbzeit gut im Griff. Weil Spielmacher Juri Knorr und seinen Mitspielern vorne zunächst aber wenig gelang, bestimmte Portugal die Anfangsphase.

Schluroff belebte die Offensive

Deutschland steigerte sich dann aber von Minute zu Minute. Die Abwehr im Zusammenspiel mit dem in dieser Phase überragenden Wolff ließ nun kaum noch etwas zu, zudem gelangen wichtige Tore über den Gegenstoß. Und so verwandelte die DHB-Auswahl einen 6:8-Rückstand dank zehn Minuten ohne Gegentor und einer Wolff-Fangquote von 47 Prozent in eine 10:8. Erneute Unkonzentriertheiten kosteten allerdings die Pausenführung.

Das deutsche Team steigerte sich nach der Pause auch offensiv. Vor allem die Einwechslung von Schluroff erwies sich als Glücksgriff und belebte das Angriffsspiel spürbar. Gleich fünf Treffer gelangen dem Gummersbacher Rückraumspieler bis zur 45. Minute, Deutschland führte 21:20. Es entwickelte sich eine dramatische Schlussphase. "Wir ziehen das jetzt durch", brüllte Gislason in der 55. Minute beim Stand von 26:25. Sein Team gehorchte.

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