Nach Einbruch in Stuttgart: THW Kiel droht "Hattrick des Scheiterns"

Hendrik Pekeler beim Abschluss
Hendrik Pekeler beim AbschlussČTK / imago sportfotodienst / Max Petershans

Beim THW Kiel kriselt es gewaltig. Nach der Niederlage in Stuttgart droht der Rekordmeister die Champions League erneut zu verpassen.

"Frustrierend" und "extrem enttäuschend" sei die 27:23-Niederlage beim TVB Stuttgart gewesen. Beim THW Kiel hängt nach der zweiten derben Liga-Pleite binnen fünf Tagen der Haussegen schief. Der stolze Klub droht die Champions League zu verpassen. Schon wieder. 

"Wir haben uns jetzt mit diesen beiden Spielen natürlich unsere relativ gute Ausgangsposition wieder kaputtgemacht", sagte Kiels Abwehrchef Hendrik Pekeler völlig bedient bei Dyn. Der Einbruch in der zweiten Halbzeit sei "leider nicht erklärbar".

Match-Center: Stuttgart vs. Kiel

"Das ist extrem enttäuschend"

Vier Punkte beträgt der Rückstand des aktuell Fünften auf den Tabellenzweiten Füchse Berlin. Zehn Spiele vor dem Saisonende spricht Vieles dafür, dass der THW im Sommer mit dem Hattrick des Scheiterns dasteht – und zum dritten Mal hintereinander die Königsklasse verpasst.

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Vor allem die Art und Weise wirft Fragen auf. Nach einer Pausenführung verloren die Zebras in Stuttgart "den Kopf komplett", wie Rune Dahmke analysierte. Nach dem Hänger zu Beginn des zweiten Durchgangs, so der Kapitän, "ging nicht mal mehr ein kleiner Ruck durch die Mannschaft, dass wir uns irgendwie versuchen zu wehren – das ist extrem enttäuschend."

Die Stuttgart-Partie war für die Kieler nur 48 Stunden nach dem Europacup-Auftritt gegen Irun (27:20) Spiel Nummer acht (!) in 23 Tagen, auf der Zielgeraden dieses Pflichtspiel-Marathons ging dem THW ganz offensichtlich die Puste aus.

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Verletzungssorgen

Für die Norddeutschen, so beschrieb es der NDR am Freitag angesichts der ersten Pleite überhaupt gegen Stuttgart (nach zuvor 22 Siegen), "hagelt es historische Niederlagen im Wochenrhythmus". Schon am Sonntag hatte es beim 26:34 gegen Gummersbach die höchste Bundesliga-Heimniederlage seit fast 50 Jahren gegeben.

Zur Misere trägt auch die angespannte Personalsituation bei. Neben den verletzten Stars Emil Madsen (Knorpelschaden) und Elias Ellefsen á Skipagötu (Schulter) mussten in Stuttgart kurzfristig auch Eric Johansson und Lukas Laube mit Infekten kurzfristig passen. Als Ausrede wollte das aber niemand gelten lassen.

Natürlich seien die hohe Belastung und die angespannte Personalsituation "Teil der Wahrheit. Aber wir sagen immer, dass wir um die Champions League-Plätze kämpfen wollen", sagte Dahmke, "das müssen wir dann auch zeigen".