"Der Auftakt ist sehr gut gelungen", sagte 2007-Weltmeister Dominik Klein dem SID im Rahmen der Präsentation des neuen Opel Corsa GSE. Sein Herzensverein, für den er zehn Jahre auflief, habe einen "erfrischenden" Start hingelegt. Mit dem Heimspiel am Samstag (19.00 Uhr/Dyn) gegen die ebenso bisher ungeschlagene TSV Hannover-Burgdorf steht nun der nächste Härtetest für das neu formierte Team bevor.
Für Mannschaft und Fans ist es kein normales Bundesligaspiel, denn in der Ostseehalle dürfte es am Wochenende emotional werden. Der im Sommer begleitet von großem Getöse freigestellte Ex-Trainer Filip Jicha wird sich im Anschluss an die Partie offiziell von den Fans verabschieden. Der Tscheche blickt auf 16 Zebra-Jahre als Spieler und Trainer zurück, gilt mit 33 Titelgewinnen als erfolgreichster Protagonist der THW-Geschichte.
Madsen-Comeback beflügelt zusätzlich
Auf der Trainerbank sitzt inzwischen Börge Lund. Und der macht seine Aufgabe bislang ziemlich gut. "Er macht einen positiven Eindruck", sagt Klein und zieht einen Vergleich zu seinem Lieblingsklub im Fußball. Bei Lund habe er "ein bisschen das Gefühl" gehabt wie damals, als Vincent Kompany zum FC Bayern ging. "Das hat ja, wie wir wissen, sehr gut funktioniert", sagt Klein und grinst.
Kiel setzt bei seinem Angriff auf die Spitze aber nicht bloß auf einen neuen Trainer, das Team greift mit reichlich frischer Starpower wieder an. Nationalspieler Julian Köster ist vorne wie hinten eine enorme Verstärkung, Weltklasse-Spielmacher Domen Makuc kommt immer besser in Schwung. Und auch Linkshänder Emil Madsen wirkt nach einer schweren Knieverletzung und 330 Tagen Leidenszeit wie ein weiterer Neuzugang.
"Breiterer Kader, frischer Wind, spannende Mannschaft" - so beschreibt Steffen Weinhold die aktuelle Situation bei den Zebras, die in der vergangenen Saison erstmals seit 33 Jahren den internationalen Wettbewerb verpasst hatten. Auch der langjährige Kieler und Ex-Nationalspieler hat seine Freude am neuen THW. Nicht zuletzt durch Lund spürt er einen "frischen Wind", der an der Ostsee weht.
Lund selbst genießt den Erfolg der ersten Wochen. "Wenn vieles klappt, spielen wir schon sehr gut. Es ist aber auch Teil des Lernprozesses, dass man mal ein schwieriges Spiel bekommt. Denn Entwickeln und Lernen heißt nicht, dass immer alles sofort klappt", sagt er. Rückschläge sind auf dem Weg zurück an die Spitze eingepreist - am liebsten jedoch nicht schon am Wochenende.
