Auch in sein Viertelfinale am Mittwoch (Ortszeit) gegen Botic van de Zandschulp wird der amtierende French-Open-Sieger als hoher Favorit gehen. Der Weltranglisten-70. aus den Niederlanden – gegen den Alexander Zverev zum ersten Mal spielen wird – musste am Montag gegen den französischen Lucky Loser Arthur Géa in fünf Sätzen im längsten Turnier-Match viel Kraft lassen.
Anders als der Deutsche, der nach 2:30 Stunden seinen ersten Matchball mit einem Ass verwandelte und sich damit einen ungewohnt frühen Feierabend verschaffte.
"Ich weiß nicht, was ich machen soll. Es ist noch vor Mitternacht. Vielleicht gehe ich noch in eine Bar oder zurück auf den Trainingsplatz", scherzte Zverev im On-Court-Interview. Sein Niveau sei "sehr konstant" gewesen gegen einen Gegner, der im dritten Satz "unglaublich gut gespielt" habe, setzte er etwas ernster hinzu. Er fühle sich "absolut" auf dem richtigen Weg.
Zahlreiche Meilensteine erreicht
Schon jetzt darf Zverev auf sein konstantestes und zugleich an Höhepunkten reichstes Grand-Slam-Jahr zurückblicken. Im Juni in Paris holte er den ersehnten ersten Major-Titel, wenig später in Wimbledon stand er erstmals im Finale.
Nun erreichte er mit seinem 50. Matcherfolg im laufenden Kalenderjahr (Bestwert auf der ATP-Tour) erstmals in seiner Karriere bei jedem Grand-Slam-Turnier eines Jahres das Viertelfinale.
Und Zverev nahm praktisch im Vorbeigehen weitere kleine Meilensteine. Gegen Luciano Darderi gelang dem 29-Jährigen der 22. Matcherfolg bei Grand Slams in diesem Jahr – damit teilt er sich nun den "deutschen Rekord" mit Boris Becker, dem dies 1989 geglückt war.
Zudem ist Zverev mit 570 gewonnenen Matches nun die alleinige deutsche Nummer zwei in der Open Era hinter dem sechsmaligen Major-Gewinner Becker (713), Zverev überflügelte Tommy Haas.
An Nacht-Rhythmus gewöhnt
Bei den US Open wurde Zverev zum vierten Mal in der Night Session angesetzt. Er zeigte sich damit äußerst zufrieden. Er sei bislang nicht ein einziges Mal vor vier, fünf Uhr schlafen gegangen, "da möchte ich jetzt nicht um zwölf spielen", hatte der Weltranglistenzweite nach seinem Dreisatzsieg in der dritten Runde gegen den Chilenen Alejandro Tabilo gesagt.
In der Tat kam Zverev – der in den ersten beiden Runden noch über fünf Sätze hatte gehen müssen – mit dem späten Beginn nach Einbruch der Dunkelheit bestens zurecht.

Von Anfang an dominant
Er nahm seinem Gegner zum Auftakt gleich zweimal den Aufschlag ab und führte nach 17 Minuten mit 4:0. Zverev bewegte sich gut, konnte sich auf sein starkes Service verlassen. Nach nur knapp einer halben Stunde holte er sich den ersten Durchgang.
Der zweite Satz glich einer Kopie. Darderi, der Zverev im Frühjahr in Rom auf seinem Lieblingsbelag Sand noch geschlagen hatte, fand kaum ein Mittel gegen den Hamburger.
Das Publikum im gut gefüllten Arthur Ashe Stadium feuerte deswegen ab Mitte des Durchgangs den Italiener an, in der Hoffnung, noch etwas Unterhaltung geboten zu bekommen. Zverev aber ließ keine Zweifel aufkommen, auch wenn der dritte Satz ausgeglichener verlief.
