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Klar überlegen, aber ohne Tore: DFB-Team verpasst Sieg in Griechenland

Aktualisiert
Klar überlegen, aber ohne Tore: DFB-Team verpasst Sieg in Griechenland
Klar überlegen, aber ohne Tore: DFB-Team verpasst Sieg in GriechenlandProfimedia

Jürgen Klopp und seine dominanten Ballzauberer scheitern im Hexenkessel von Saloniki an sich selbst.

Am Ende des vergeblichen Anrennens gegen die griechische Mauer wollte Jürgen Klopp nicht zu frustriert sein. Tröstend nahm der Bundestrainer seine Spieler im Toumba-Stadion von Saloniki in den Arm. Alles gar nicht so schlimm! Die Leistung beim 0:0 war absolut ordentlich, auch wenn der Ball einfach nicht ins Tor wollte - und das Viertelfinale der Nations League ist immer noch drin. Ein Sieg gegen die Niederlande allerdings ist nun Pflicht.

"Wir haben ziemlich viel Druck aufgebaut, aber das scheiß Tor nicht gemacht. Das ist ärgerlich", sagte Ersatzkapitän Florian Wirtz im RTL-Interview. "Aber man darf nicht vergessen, dass wir erst seit einer Woche zusammen sind. Es ist wirklich nicht alles schlecht."

Einziges Tor wegen Handspiel aberkannt

Spielmacher Florian Wirtz, der bärenstarke Derry Scherhant und die anderen kombinierten sich in der "Schwarzen Hölle" des Toumba-Stadions zwar immer wieder nah an einen Torerfolg heran, doch es fehlte im letzten Akt des Länderspiel-Viererpacks die absolute Genauigkeit. Hinzu kam Pech bei der Rücknahme eines Tores von Jonathan Burkardt (32.). Griechenland bleibt drei Punkte vor der DFB-Elf, auch die Niederlande mischen im Kampf um die ersten beiden Tabellenplätze kräftig mit.

Klopp hatte sich locker gegeben. Vor der bewaldeten Kulisse des Chortiatis-Massivs schoss der Bundestrainer nach der Aktivierung im Trainingszentrum von Aris Saloniki Selfies mit Kindern. Innerlich aber dürfte er angespannt gewesen sein: "Wie gehen wir mit dem Sieg um?" Auf diese Gretchenfrage erhoffte sich Klopp nur drei Tage nach dem spielerisch frischen Auftritt gegen Serbien (2:0) in München eine positive Antwort. Das Ergebnis stand für ihn erstmals über der Erkenntnis.

Zum Match-Center: Griechenland vs. Deutschland

Urbig stand erneut im Tor

Der Bundestrainer warf deshalb nicht schon wieder seine gesamte Aufstellung über den Haufen, auch die Torwart-Rotation beendete er mit einem erneuten Einsatz von Jonas Urbig vorerst - der Bayern-Keeper allerdings, betonte Klopp, könne daraus keinen Stammplatzanspruch ableiten: "Das hat mit dem Nummer-eins-Status nichts zu tun." Urbigs Riesentat gegen einen Kopfball von Georgios Masouras nach 63 Sekunden war eine Bewerbung.

Die Griechen waren also durchaus gewillt, sich ab und zu in der deutschen Hälfte blicken zu lassen. Zumeist aber erwarteten sie Wirtz, der eine erste starke Aktion hatte (8.), und die deutsche Offensive im bekannten tiefen Block. Auch der insgesamt enttäuschende Lennart Karl und Burkardt, beide wie David Raum neu in der Mannschaft, bemühten sich, den Riegel zu knacken.

Die Stats zum Spiel: Griechenland vs. Deutschland
Die Stats zum Spiel: Griechenland vs. DeutschlandFlashscore

Glück im Torabschluss fehlte

Doch es war Wirtz, der stets gesucht wurde - aber noch zu weit vom Tor entfernt. Scherhant versuchte links, mehr Breite herzustellen, seine Dribblings und Abschlüsse (22./43.) waren enorm belebend. Wirtz stieg nach guter Verlagerung aus bester Position zum Kopfball hoch, er traf nur Burkardts Stirn (20.). Raum scheiterte nach schönem Freistoßtrick (25.).

Es fehlte der letzte Pass - und als er von Scherhant auf Burkardt mal kam, wurde dessen Tor wegen eines Handspiels von Tom Bischof im Mittelfeldgewühl zurückgenommen. 13:1 Torschüsse, 0:0. Klopp haderte nicht, er trieb seine Mannschaft weiter an: auch in der zweiten Hälfte, die erneut mit einer Kopfballchance für Griechenland begann (51.).

Spielernoten: Griechenland vs. Deutschland
Spielernoten: Griechenland vs. DeutschlandFlashscore

Hausherren steigerten sich nach der Pause

Die Gastgeber setzten mehr auf Physis, das Spiel wurde hitzig und ausgeglichener. Dennoch wäre die Führung drin gewesen: Rechtsverteidiger Philipp Treu (56.) hätte aus kurzer Distanz schießen müssen, er entschied sich aber für einen Querpass. Auch Scherhant fehlte im Abschluss die Überzeugung (64.). Said El Mala und Nick Woltemade sollten als Joker fortan noch mehr Druck bringen, Treu war von seiner Chance zu überrascht (86.). Die Verzweiflung wuchs. Und Griechenland hielt mit Erfolg dagegen.

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Das war es erst einmal mit den großen Experimenten. Für den November mit Spielen in Serbien (Belgrad/13.11.) und gegen die Niederlande (Berlin/16.11.) wird der Bundestrainer ein stark komprimiertes Aufgebot berufen. Sein XXL-Casting mit zwei Kadern und insgesamt 44 Nominierten soll einmalig bleiben. Bald geht es um Stammplätze!

Ohnehin - Euphorie, sagt Klopp, sei wie eine Wunderkerze: "Schön, aber auch schnell wieder aus."

Tabelle nach dem 4. Spieltag: Liga A, Gruppe 2
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