In der schwülen Hitze Floridas hatte der aufmüpfige Auftritt des Außenseiters den Fans schließlich einen kalten Schauer über den Rücken gejagt. "Es wäre Wahnsinn gewesen, hier zu verlieren", sagte der Coach im Anschluss an den Krimi. Am Ende eines verrückten Abends, an dem Messi und seine Mitspieler an ihre Grenzen gedrängt worden waren, feierten die Argentinier dennoch.
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Auf dem Rasen hatte der ausgepumpte Superstar noch den Kopf geschüttelt, dann doch die Fäuste nach oben gereckt und beim Gang in die Kabine wieder gelächelt. Bei einer Weltmeisterschaft, betonte Messi, gebe es nunmal "keine Geschenke": "Manchmal neigen wir dazu, Nationalmannschaften nur nach ihrem Namen zu beurteilen. Aber heute kann jede Mannschaft, die sich qualifiziert und auf diesem Niveau mithält, jedem Gegner Probleme bereiten."
Messi: "Jedes Spiel wird extrem schwierig"
Zweimal war Argentinien in Führung gegangen, zweimal bestrafte der leidenschaftliche WM-Neuling aber die Nachlässigkeit des Favoriten. Erst ein Eigentor von Diney Borges (111.) erlöste den Titelverteidiger und sorgte für den Einzug ins Achtelfinale. Die Zeitung La Nación schrieb von der "Hölle von Miami", in der die Argentinier Spielern gegenüberstanden, die für sie fast alle unbekannt waren, an die sie sich von nun an aber erinnern werden - allen voran an Kap Verdes WM-Held Vozinha, der im Tor ein ums andere Mal stark reagierte.
Das Gute sei: "Auch wenn wir schlecht spielen, kommen wir zurück." Ab jetzt gehe es "in der K.o.-Phase weiter", betonte Messi, der bereits seinen siebten Turniertreffer erzielt hatte: "Jedes Spiel wird extrem schwierig." Das Wichtigste sei vor der Runde der letzten 16 gegen Ägypten am Dienstag in Atlanta aber, "dass wir uns ausruhen und das Positive aus dem Spiel mitnehmen".
Scaloni, der nach eigener Aussage in seinem 100. Spiel als Trainer der Albiceleste "sehr gelitten" hatte, sah das ähnlich. Er zog gar einen Vergleich zum WM-Auftaktspiel vor vier Jahren gegen Saudi-Arabien, das Argentinien vor dem Weg zum Titel verloren hatte. "Gegen Saudi-Arabien hatten wir zwar noch Chancen, aber wir wirkten wie gelähmt. Heute war das anders. Die Mannschaft blieb die ganze Zeit lebendig und präsent", sagte Scaloni und machte dies als "entscheidenden Unterschied" aus.
Dient der Zittersieg gegen den Underdog also als Warnung und Startschuss für die restliche Mission Titelverteidigung? "Diese WM ist schwierig, das wussten wir von Anfang an. Doch diese Mannschaft lebt", betonte Scaloni und versicherte: "Nach einem Sieg wie diesem kann sie nur gestärkt daraus hervorgehen."
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