"Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen", sagte Julian Nagelsmann, der nach einem Krisengipfel in der DFB-Zentrale am Donnerstag darum gebeten hatte, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Dieser Bitte kam der DFB nun nach.
Bei den deutschen Fußball-Fans bedankte und entschuldigte sich der 38-Jährige: "Ihr habt uns getragen, ihr habt uns vertraut, ihr habt uns Energie gegeben, selbst in schwierigen Phasen. Es tut mir von Herzen leid und weh, dass wir euch enttäuscht haben und euch keine weiteren Fußballnächte bei dieser WM bescheren konnten. Ihr hättet viel mehr verdient gehabt!"
Klopp steht schon bereit
Der Verband bestätigte zudem, dass er mit Blick auf die Neubesetzung das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen werde. Dieser habe "bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert".
Noch hat Klopp einen Vertrag als "Head of Global Soccer" bei Red Bull bis 2029, wo er "gerne" arbeite. Es soll aber mindestens eine mündliche Zusage geben, wonach er bei einem DFB-Angebot aussteigen kann.

DFB bedankt sich bei Nagelsmann
Am Donnerstag hatte die dreistündige WM-Analyse in der Frankfurter Verbandszentrale noch kein Ergebnis gebracht. Nagelsmann fuhr um 13:23 Uhr davon. Selbst sein Förderer Rudi Völler soll von ihm abgerückt sein.
Nach der erfolgten Trennung erklärte der DFB-Sportdirektor: "Nach dem für ausnahmslos alle enttäuschenden WM-Aus verdient Julians Entscheidung unseren Respekt. Weil er Verantwortung übernimmt, wo er gerne weiter gestalten würde und die Nationalmannschaft als Ganzes über die eigene Person stellt."

DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Bundesliga-Boss Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer Andreas Rettig, und der Sportchef hatten Nagelsmann im Verlangen nach einem Neuanfang mit Klopp den sofortigen Abschied nahegelegt.
Neuendorf nutzte Nagelsmanns Abschied schließlich, um ihm seinen Dank auszusprechen. Den scheidenden DFB-Coach "zeichnen eine hohe Einsatzbereitschaft und außerordentlicher Ehrgeiz aus. Julian Nagelsmann ist darüber hinaus ein überaus verantwortungsbewusster und aufrichtiger Mensch, den wir alle schätzen."
7 Millionen Euro Entschädigung
Nagelsmanns ursprünglicher Vertrag lief bis zur EM 2028. Eine Abfindung in Höhe von sieben Millionen Euro soll dem ehemaligen Bayern-Trainer den Abschied schmackhaft gemacht haben.
Nach dem frühen Ausscheiden bei der Fußball-Weltmeisterschaft war Nagelsmann aus Sicht des Deutschen Fußball-Bundes nicht mehr zu halten – zumal es intern scharfe Kritik an Nagelsmanns Außendarstellung in den vergangenen Monaten gegeben haben dürfte.

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