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"Mehr denn je": Guardiola bekennt sich trotz Skandal zu Manchester City

Pep war erst im Sommer mit einer großen Sause verabschiedet worden
Pep war erst im Sommer mit einer großen Sause verabschiedet wordenOli SCARFF / AFP / AFP / Profimedia

Als der geballte Volkszorn über die Multi-Millionen-Betrüger von Manchester City hereinbrach, trat Pep Guardiola entschlossen einen Schritt nach vorne. "Ich möchte, dass jeder einzelne City-Fan auf der ganzen Welt weiß, dass ich hier bin", schrieb der langjährige Erfolgstrainer bei Instagram am Mittwoch: Und das "mehr denn je". Er wolle eines klarstellen: "Wir werden das gemeinsam durchstehen. Ich liebe euch alle." Dahinter setzte Guardiola ein hellblaues Herz.

Die verletzte Fußball-Nation England, das lässt sich wohl sagen, hatte spätestens am Tag nach dem ManCity-Beben überhaupt kein Herz mehr für den Klub, der national mit Hunderten Millionen Euro aus Abu Dhabi dominiert. Fans und Experten reden sich die Köpfe darüber heiß, wie die Schuld des Scheichklubs im riesigen Finanzskandal der Premier League gesühnt werden muss.

Geldstrafe? Punktabzug? Oder kommt es tatsächlich zum ganz großen Knall? Die Rufe nach einem Zwangsabstieg für "Sham City" werden immer lauter.

Rooney fordert Zwangsabstieg für City

"Ich glaube tatsächlich, dass wir City absteigen sehen werden", sagte Wayne Rooney, die Legende vom Stadtrivalen United. Der 40-Jährige würde die Skyblues nicht nur in die 2. Liga schicken, sondern noch tiefer runter - und zudem mit Punktabzügen belegen. "Wenn sie beispielsweise in den nächsten drei Jahren jeweils 20 Punkte Abzug bekommen würden, würden Spieler nicht bei ihnen bleiben wollen", sagte Rooney: "Bei einer Saison in der 2. Liga könnte man Spieler dagegen vielleicht noch zum Bleiben bewegen."

Der ehemalige United-Kapitän Roy Keane ätzte, er würde seine Trophäen "in den Mülleimer werfen", wäre er ein Spieler von City. Der Klub wusste, dass er mit dem systematischen Betrug "vielen Menschen sehr wehtun würde, aber sie haben es trotzdem getan". Und der ehemalige Nationalspieler Ian Wright meinte: "Ich habe das Gefühl, dass hier eine beispiellose Strafe erforderlich ist."

City kämpft gegen Sanktionen

Die Entscheidung über die Sanktionen gegen City, den Klub von Stars wie Erling Haaland, Phil Foden oder Enzo Fernandez, steht noch aus. Für die Verstöße in den Jahren zwischen 2009 und 2018 wären ein Punktabzug, eine Geldstrafe, eine Transfersperre, die Aberkennung von Titeln - oder aber auch ein Zwangsabstieg möglich.

Eine Horde an teuren Anwälten arbeitet unter Hochdruck daran, dass der Klub diesem Horrorszenario noch entkommt. Bis Freitag hat City Zeit, bei der Liga Einspruch einzulegen. Geschäftsführer Ferran Soriano bezeichnete das Verfahren als das Ergebnis einer "Verschwörungstheorie der Premier League" und ist überzeugt, dass es keinerlei Sanktionen geben wird. Man verfüge über "unwiderlegbare Beweise", die die eigene Unschuld belegen sollen.

Ob Guardiola das glaubt, der Architekt der Erfolgsära, der heute noch als Botschafter des Vereins umher reist, ist unbekannt. Der Spanier jedenfalls bekräftigte: "Ich stehe hinter meinem Verein, meinem Besitzer, meinem Vorsitzenden, Ferran, den Spielern, den Mitarbeitern, Enzo (der neue Teammanager Enzo Maresca, d. Red.), und euch, unseren einzigartigen Fans."

Titel der Guardiola-Ära stehen im Mittelpunkt

In der größten Liga der Welt scheint die romantische Vorstellung eines fairen Wettbewerb längst zerstört zu sein. Schließlich ist der vorgelegte Bericht der Premier League außerordentlich deutlich. City habe über Jahre systematisch betrogen, Scheinverträge abgeschlossen und so Kosten von rund einer Milliarde Euro verschleiert.

Auch für Edelfan Noel Gallagher war der Schuldspruch "ein Schock", sagte der Rockstar von Oasis: "Insgesamt ist es einfach ziemlich traurig. Traurig für die Fans und die Spieler." Die Liga könnte Titel aberkennen, doch die Erinnerungen an Siege und Triumphe würden bleiben.

Seit der Übernahme durch Scheich Mansour Bin Zayid Al Nahyan im Jahr 2009 hat City achtmal die Premier League gewonnen. Drei dieser Titel fallen in den Zeitraum, in dem dem Klub Verstöße gegen die Finanzregeln nachgewiesen wurden. "Beschmutzt" der Skandal die Erfolge, fragte Gallagher: "Ich nehme an, in den Augen aller anderen in England schon." Und so fordern viele aufgebrachte Fans einen Zwangsabstieg.

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