Den Auftakt in der Enea Arena machte ein polnisch-britisches Duell im 59-kg-Limit. Die Boxerin Emilia Czerwińska forderte die Muay-Thai-Spezialistin Niamh Kinehan heraus. Entgegen der Erwartung eines ausgeglichenen Standkampfes dominierte die Britin von Beginn an. Zwölf Sekunden vor dem Ende der ersten Runde landete Kinehan einen Wirkungstreffer, der den Ringrichter nach einer harten Schlagserie zum Abbruch zwang – Sieg durch TKO.
Im Bantamgewicht folgte das Aufeinandertreffen zwischen dem Tschechen Lukas Chotenovsky und dem Polen Michał Hawro. Nach zwei ausgeglichenen Runden, die die Punktrichter unentschieden werteten, musste der finale Durchgang die Entscheidung bringen. Beide Kämpfer gaben alles, doch erneut blieb den polnischen Fans der Jubel verwehrt: Chotenovsky sicherte sich 46 Sekunden vor Schluss den Sieg via Rear-Naked Choke.

Für den ersten Heimsieg des Abends sorgte schließlich Natan Niewiadomski. Trotz der KO-Gefahr durch Patrick Spirk, der für seine Blitz-Siege bekannt ist, behielt Niewiadomski die Kontrolle. Nach drei Minuten brachte er Spirk mit einem Rear-Naked Choke zur Aufgabe. Dies markierte gleichzeitig das 200. Submission-Finish in der Geschichte von OKTAGON.
Anschließend drehte Kacper Frątczak gegen Zoran Solaja auf. Obwohl der als „The Polish Robocop“ bekannte Kämpfer nach Punkten zunächst zurücklag, wendete er das Blatt in der dritten Runde. Mit einem präzisen Treffer und einer gnadenlosen Schlagserie zum Kopf sicherte er den zweiten polnischen Erfolg des Abends.
Eine bittere Premiere erlebte hingegen Łukasz Rajewski. Der erfahrene Kickbox-Champion, der zuvor noch nie vorzeitig verloren hatte, geriet gegen den zehn Jahre jüngeren Tschechen Jan Stanovsky in Bedrängnis. Stanovsky zwang Rajewski in der zweiten Runde mit einer spektakulären Beinklammer und Ellbogenschlägen zum Kopf in das erste TKO seiner MMA-Karriere.
Auch für Jonatan Kujawa lief das Debüt im Käfig nicht nach Plan. Gegen den Brasilianer Henrique Madureira versuchte der Lokalmatador vergeblich, den Kampf auf den Boden zu verlagern. Madureira konterte geschickt, überzeugte durch präzise Treffer und sicherte sich nach 15 Minuten einen verdienten Punktsieg.

Besser machte es der 37-jährige Schwergewichtler Michał Piwowarski. Er traf auf den Deutschen Timo Feucht, der nach langjähriger Pause sein Comeback gab. Piwowarski ließ Feucht jedoch keine Chance, kontrollierte ihn am Boden und feierte nach neun Minuten einen TKO-Sieg vor heimischem Publikum.

Einen emotionalen Höhepunkt bot das Duell von Mateusz Janur gegen den kurzfristig eingesprungenen Schweden Robin Roos. Getragen von einer Atmosphäre wie im Fußballstadion, dominierte Janur den Kampf über die volle Distanz und siegte einstimmig mit 3:0.
Das einzige Duell ohne polnische Beteiligung lieferten sich Ion Surdu und Amiran Gogoladze. Der Georgier Gogoladze unterstrich seine Titelambitionen eindrucksvoll: Nach nur 154 Sekunden schickte er den favorisierten Moldawier mit einem perfekt platzierten Schlag auf die Bretter und krönte sein Comeback nach zweijähriger Abwesenheit.
Im Halbschwergewicht standen sich danach Tomasz Narkun und Alexander Poppeck gegenüber. In einem taktisch geprägten und hochspannenden Kampf wechselten die Vorteile ständig hin und her. Letztlich hatte der Deutsche Poppeck in der entscheidenden dritten Runde die Nase vorn und gewann mit 2:1 nach Punkten.

Das große Finale bestritten schließlich Michał Materla und Christian Jungwirth. Aufgrund einer Verletzung Materlas wurde das Duell nach modifizierten „Stand and Bang“-Regeln ausgetragen – ein reiner Schlagabtausch in kleinen Handschuhen ohne Bodenkampf. In diesem hochintensiven „Boxkampf im Käfig“ landete Jungwirth zwar mehr Treffer, doch die Präzision lag bei Materla. Wenige Sekunden vor dem Ende sicherte sich die polnische Legende durch einen harten Knockdown den entscheidenden Vorteil und gewann unter tosendem Applaus einstimmig nach Punkten.
