Mit 86 Punkten rangiert Hadjar derzeit auf Platz acht der Gesamtwertung. Dass die Ausbeute nicht noch höher ausfiel, lag an einer Zwangspause: Wegen eines gebrochenen Handgelenks verpasste er im August und September drei Grands Prix. Bei seiner Rückkehr am vergangenen Wochenende in Aserbaidschan meldete er sich jedoch direkt mit Nachdruck zurück und fuhr auf den dritten Rang.
"Ich hatte schon eine Weile auf dieses Podium hingearbeitet", sagte Hadjar am Donnerstag sichtlich erleichtert über seine zweite Podestplatzierung in der Königsklasse. Zuvor war er zwar in Monaco ebenfalls als Dritter gewertet worden, allerdings erst Monate später nach einer nachträglichen Strafe gegen Pierre Gasly. "Ich wollte mir diesen Erfolg aus eigener Kraft verdienen. Das fühlt sich extrem gut an", fügte er hinzu. "Ob mir das mehr Selbstvertrauen gibt? Der schwierigste Teil ist immer, solche Ergebnisse konstant zu bestätigen. Ein sechster Platz ist zwar schön, aber das ist nicht mein Anspruch."
Das Rennwochenende in Baku habe zudem unterstrichen, dass die Abstimmung im Team stimmt. Trotz des internen Konkurrenzkampfs arbeiten Hadjar und Verstappen hervorragend zusammen. "Ich will einfach um Siege kämpfen und mich mit den großen Namen der Branche messen", betonte der frühere Racing-Bulls-Pilot.
Jagd auf Mercedes und Erbe von Prost
Zwar räumte Hadjar ein, dass Red Bull in der laufenden Meisterschaft nicht mehr um den Titel mitfährt. Er zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass das Team bald wieder ein Siegerauto bereitstellen kann, um Mercedes und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli herauszufordern. Langfristig orientiert sich der gebürtige Pariser dabei an großen Vorbildern: Er wolle Alain Prost nacheifern, Frankreichs bisher einzigem Formel-1-Weltmeister, der zwischen 1985 und 1993 vier WM-Titel sammelte.
"Nächstes Jahr werden wir vielleicht noch kein absolut dominantes Auto haben, aber wir wollen definitiv um den Titel mitkämpfen", blickte Hadjar voraus. "Mercedes wird an diesem Wochenende noch einmal nachlegen und bleibt auch für die kommende Saison der Maßstab. Wir bewegen uns aktuell auf Augenhöhe mit McLaren und Ferrari, müssen aber weiter drangeblieben. Das klare Ziel heißt 2027 – und darauf arbeiten wir mit Hochdruck hin."
Fokus auf Zukunft und Premiere in Sepang
Mit Blick auf die kommenden Jahre versprüht der Youngster Optimismus: "Ich will die Saison mit der Gewissheit beenden, dass wir ab 2027 alle zerlegen werden! Und 2028 wird noch besser."
Vorerst genießt Hadjar jedoch die Rückkehr ins Cockpit und fiebert seiner Premiere auf dem Kurs in Sepang entgegen: "Ich kenne die Strecke seit meiner Kindheit aus dem Fernsehen, aus Videospielen und dem Simulator, bin hier real aber noch nie gefahren. Ich kann es kaum erwarten, hinauszufahren."
Sorgen wegen seiner kürzlichen Handgelenksverletzung macht er sich keine mehr. "In Baku gab es diesbezüglich noch offene Fragen, aber ich habe das gut hinbekommen. Für dieses Wochenende habe ich keinerlei Zweifel."
