Trotz seiner Disqualifikation nach dem zweiten Platz in Las Vegas gilt Norris im Fahrerlager weiterhin als klarer Favorit auf den Titel. Der 26-jährige Brite benötigt lediglich zwei Punkte mehr als seine Konkurrenz, um Katar als Weltmeister zu verlassen und McLaren erstmals seit 1998 wieder ein Fahrer-Team-Double zu bescheren.
Von den drei Titelanwärtern Norris, Verstappen und Oscar Piastri hat einzig Norris an diesem Wochenende die Chance, den Titel vorzeitig zu entscheiden.
Form und Nerven: Drei Fahrer, drei Ausgangslagen
Verstappen reist mit vier Siegen in Serie an und beweist eindrucksvoll seine Erfahrung und mentale Stärke. Norris hingegen kämpft mit wachsendem Druck, während Piastri nach schwächeren Rennen zuletzt auf Formsuche ist. Dennoch sollte der Australier nicht abgeschrieben werden: Auf dem schnellen Kurs in Katar könnten ihm die Bedingungen erneut entgegenkommen.
Der hohe Reifenverschleiß und die von Pirelli vorgeschriebenen maximal 25 Runden pro Reifensatz versprechen strategische Vielfalt. Zwei Pflicht-Stopps eröffnen Chancen – und Risiken. Entscheidungen an der Boxenmauer werden im Hitzerennen besonders wertvoll sein und könnten das Kräfteverhältnis schnell verschieben.
McLaren setzt weiter auf freie Fahrt
Trotz der zunehmend heiklen WM-Konstellation bleibt McLaren bei seiner Linie: Keine Stallorder. Teamchef Andrea Stella betont weiterhin, dass beide Fahrer gleich behandelt werden, solange die Mathematik beiden Chancen lässt. Beispiele aus der Vergangenheit wie Räikkönens Aufholjagd 2007 oder Vettels überraschender Triumph 2010, beide von Stella aus nächster Nähe erlebt, zeigen, wie schnell sich ein Titelkampf drehen kann.
Sollten Mercedes oder Ferrari auf dem anspruchsvollen Kurs überraschen und in die Spitzengruppe vorstoßen, könnte das Rennen eine zusätzliche Unbekannte erhalten. Möglich ist, dass Verstappen, Norris und Piastri am Ende nicht nur um den Katar-Sieg, sondern um die bestmögliche Ausgangslage für ein „Winner-takes-all“-Finale in Abu Dhabi kämpfen werden.
