Neue Technik, neue Teams, alte Bekannte: Alles Wichtige zur Formel-1-Saison 2026

Die Cadillac-Piloten Bottas und Perez mit Alpines Gasly.
Die Cadillac-Piloten Bottas und Perez mit Alpines Gasly.DPPI / Eric Alonso / DPPI via AFP / Profimedia

Die Formel 1 geht mit den vielleicht größten Regeländerungen ihrer Geschichte in die neue Saison. Erstmals sind Motoren und Chassis gleichzeitig betroffen, einige Piloten üben bereits laute Kritik. Und auch außerhalb der Autos ist einiges los.

Die Eskalation im Nahen Osten und der dort weitgehend eingestellte Luftverkehr soll sich indes nicht auf den Auftakt in Australien (Sonntag, 5.00 Uhr MEZ/Sky) auswirken. Trotz durchkreuzter Reisepläne und rund 1000 Flug-Umbuchungen für Mitarbeiter.

Elektrische Energie

Einen Hybridantrieb hatten die Formel-1-Autos schon seit 2014 im Heck, dennoch sorgt die neue Power Unit für völlig veränderte Bedingungen. Fast die Hälfte der Energie kommt nun aus dem Elektromotor. 350 Kilowatt beträgt diese Leistung, das entspricht 475 PS und bedeutet eine Verdreifachung im Vergleich zum alten Antrieb.

Es gibt aber ein Problem mit dieser Motorenformel: Die Boliden bräuchten unter Volllast eigentlich mehr Energie, als der Generator pro Runde einsammelt, auf den besonders schnellen Strecken ist dieses Missverhältnis besonders groß. Die Piloten müssen daher künftig häufiger mal rollen lassen, um die Batterie zu laden – damit sie dann anderswo wieder schnell fahren können. Max Verstappen gefällt das nicht.

Klappflügel überall

Auch die völlig veränderte Aerodynamik hat etwas mit dem neuen Antrieb zu tun. Als den Machern nämlich auffiel, wie gravierend der Energiemangel sein wird, versuchten sie, zu retten was zu retten ist. Die logische Formel: Je windschnittiger ein Auto, desto geringer der Bedarf an Energie. Und deshalb gibt es in diesem Jahr die aktive Aerodynamik, Front- und Heckflügel dürfen in definierten Passagen aufgeklappt werden.

Das funktioniert so ähnlich wie das bekannte DRS am Heckflügel, ist aber immer erlaubt – nicht nur in der Nähe eines vorausfahrenden Gegners. Da damit wiederum das DRS als Überholhilfe überflüssig wird, gibt es für diese Situationen einen neuen Helfer: Den Overtake-Mode, einen zusätzlichen Energieschub aus dem Elektromotor.

Kleinere Autos

Die modernen Formel-1-Autos sind immer größer geworden, und auch hier reagiert man im Sinne des Luftwiderstands. Die Boliden werden schmaler, 1,90 Meter statt 2 Meter. Auch die Breite der Reifen wird reduziert. Zudem, und das hat nichts mit der Aerodynamik zu tun, werden die Autos um 20 cm kürzer und vor allem dadurch auch um etwa 30 kg leichter. Das wiederum ist durchaus im Sinne der Fahrer, die agilere Autos mögen.

Elf Teams

Es wird wieder etwas voller auf der Strecke, das liegt allerdings nicht an Audi. Das höchst ambitionierte deutsche Werksteam – ab 2030 wird die WM anvisiert - mit Nico Hülkenberg hat den Schweizer Sauber-Rennstall übernommen und nimmt dessen Platz ein. Richtig neu ist das US-Team Cadillac, das bei den Testfahrten einen verheerenden Eindruck hinterließ und es erstmal schwer haben dürfte. Erstmals seit 2016 nehmen damit wieder elf Rennställe teil.

Alte Fahrer

Bei all den Veränderungen brauchte die Formel 1 wohl zumindest etwas Konstanz. Nur ein einziger Rookie wurde hineingelassen, der Engländer Arvid Lindblad (18) fährt für das Red-Bull-Juniorteam Racing Bulls. Sogar die beiden neuen Sitze bei Cadillac gingen an zwei Altbekannte: Sergio Perez und Valtteri Bottas (beide 36) kehren aus der Rennfahrer-Rente zurück.

Bekannte Favoriten

Die Schnellsten dürften trotz aller Veränderungen erwartbar sein und aus diesem Kreis kommen: Mercedes mit George Russell und Kimi Antonelli, McLaren mit Weltmeister Lando Norris und Oscar Piastri, Ferrari mit Lewis Hamilton und Charles Leclerc und Red Bull mit Verstappen und Isack Hadjar.