Murat Yakin im Profil: Vom Wackelkandidaten zum unangefochtenen Boss der Nati

Der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin
Der Schweizer Nationaltrainer Murat YakinDANIELA PORCELLI / GETTY IMAGES EUROPE / GETTY IMAGES VIA AFP

Lange Zeit sah sich Murat Yakin in der Schweiz großer Kritik ausgesetzt. Doch mit seiner ruhigen Ausstrahlung verschaffte sich der Taktikfuchs bald großen Respekt – bei der kommenden Weltmeisterschaft soll sich das Vertrauen bezahlt machen. Flashscore stellt dir die Trainer der WM 2026 vor und wirft einen Blick auf die Strategen hinter den Nationalteams. In unserer Übersicht findest du regelmäßig neue Profile zu den wichtigsten Coaches beim Turnier in Nordamerika.

Murat Yakin (Schweiz)

GEBURTSDATUM: 15. September 1974 

NATIONALITÄT: Schweiz

IM AMT SEIT: August 2021

TAKTISCHES PROFIL: Umschaltspiel und defensive Kompaktheit

GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: Zweimal Schweizer Meister (FC Basel), WM-Achtelfinale 2022, EM-Viertelfinale 2024 (Schweiz)

Vom Wackelkandidaten zum unangefochtenen Boss der Nati

Die Geschichte von Murat Yakin ist eine für die Schweiz typische Aufsteigerstory. Als Sohn türkischer Einwanderer wuchs Murat in einfachen Verhältnissen auf. Seine Mutter Emine begleitete Murat und seinen jüngeren Bruder Hakan stets mit dem Fahrrad zum Training. Zeitlebens ist sie seine wichtigste Bezugsperson geblieben. Diese tiefe familiäre Verwurzelung und die Disziplin, die er von klein auf lernte, prägen Yakin bis heute.

Der ehemalige Innenverteidiger galt jedoch lange Zeit auch als Sturschädel. Aufgrund seiner unterkühlten Art musste er häufig mit Gegenwind leben. Als er im August 2021 die Schweizer Nationalmannschaft von Vladimir Petkovic übernommen hat, herrschte gigantische Skepsis. Immerhin wurden auch große Namen wie Arsène Wenger und Joachim Löw mit den Eidgenossen in Verbindung gebracht – und Yakin trainierte damals lediglich den Zweitligisten FC Schaffhausen.

Insbesondere vor Beginn der EM 2024 wurden die Rufe nach einer Trennung immer lauter. Die Qualifikation war holprig verlaufen, ein Konflikt mit Kapitän Granit Xhaka wurde teilweise in der Öffentlichkeit ausgetragen. Yakin ließ die Kritik an sich abprallen. Er glänzte mit stoischer Ruhe, moderierte die internen Spannungen weg und entwickelte sich vom Eigenbrötler zum Menschenfänger. 

Yakin hat die Schweizer Öffentlichkeit für sich gewonnen
Yakin hat die Schweizer Öffentlichkeit für sich gewonnenSTEFAN JERREVANG / TT NEWS AGENCY / AFP

Beim Turnier selbst lieferte er schließlich ein taktisches Meisterstück nach dem anderen ab. Ob gegen dominante Italiener oder das hochgelobte Deutschland – Yakin fand fast immer das passende Gegenmittel, um seine Gegner trotz Qualitätsunterschieden zu entzaubern.

Dabei vertraute er auf eine disziplinierte Defensive, die mit großer Zuverlässigkeit von seinem Abwehrchef Manuel Akanji dirigiert wird. Xhaka genießt im Mittelfeld als Spielmacher mittlerweile sämtliche Freiheiten. Und auch seine schnellen Offensivspieler dürfen nach den von Yakin geliebten Kontersituationen ohne schlechtes Gewissen ihr individuelles Können zeigen.

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