Murat Yakin und die Schweiz im WM-Rausch: Vom Kritikerliebling zum "YaKing"

Yakin sorgt aufgrund seines extravagantes Auftretens für Schlagzeilen
Yakin sorgt aufgrund seines extravagantes Auftretens für SchlagzeilenREUTERS/Agustin Marcarian

Es sind außergewöhnliche Tage für die Schweiz – und ganz besonders für Murat Yakin. Die Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft Historisches geschafft und steht im Viertelfinale. Gleichzeitig erlebt ihr Trainer einen Hype, der weit über die sportlichen Schlagzeilen hinausgeht.

Die Schweizer Medien feiern Yakin inzwischen als "YaKing" oder sogar als "Unique One". Der 51-Jährige ist vom Nationaltrainer zum internationalen Gesprächsthema geworden und sorgt mit seiner Persönlichkeit, seinem Auftreten und seinem Erfolg für Begeisterung.

Zum Match-Center: Schweiz vs. Argentinien

Die Schweiz schreibt WM-Geschichte – und Yakin steht im Mittelpunkt

Sportlich hat die Schweiz unter Yakin einen historischen Meilenstein erreicht. Die "Nati" gewann bei einer Weltmeisterschaft erstmals zwei K.o.-Spiele und steht erstmals seit 1954 wieder in einem WM-Viertelfinale. Dort wartet mit Weltmeister Argentinien und Lionel Messi eine der größten Herausforderungen des Turniers.

Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei längst nicht mehr nur auf die Mannschaft. Der Blick titelte angesichts der internationalen Begeisterung um den Trainer: "Die ganze Welt schwärmt von Murat Yakin." Der Schweizer Coach ist zum Gesicht des Erfolgs geworden und steht plötzlich selbst im Mittelpunkt der Berichterstattung.

Auch abseits des Platzes sorgt Yakin für Aufsehen. Sein markantes Erscheinungsbild mit grau-melierten Haaren, seinem ruhigen Blick und der auffälligen Brille hat ihm bereits bei der EM 2024 Kultstatus eingebracht. Nun wird der Schweizer weltweit gefeiert – die Boulevardmedien sprechen vom "Silberfuchs“", dessen Auftreten Fans rund um den Globus begeistert.

Vom Außenseiter auf der Trainerbank zum gefeierten "YaKing"

Dass Yakin einmal einen solchen Status erreichen würde, war bei seiner Amtsübernahme 2021 nicht absehbar. Der frühere Nationalspieler folgte auf den erfolgreichen Vladimir Petkovic, doch seine Verpflichtung galt zunächst nicht als Wunschlösung. Kandidaten wie Urs Fischer, Lucien Favre und Arsène Wenger standen ebenfalls im Raum.

FIFA WM 2026

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli ausgetragen. Bei Flashscore findest du alle Infos zur Endrunde in in den USA, Kanada und Mexiko. 

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Die WM-Trophäe
Die WM-TrophäeEyepix/ABACA / Abaca Press / Profimedia

Die Wahl fiel schließlich auf Yakin, der zwischen 1994 und 2004 insgesamt 49 Länderspiele für die Schweiz absolvierte. Als Trainer kam er vom Zweitligisten FC Schaffhausen und hatte zuvor bereits einige schwierige Stationen erlebt.

Der Tages-Anzeiger bezeichnete die Entscheidung des Schweizer Verbands damals als mutige Wahl. Gleichzeitig wurde kritisch angemerkt, dass Yakin als Trainer mit dem Vorwurf leben müsse, nicht zu den fleißigsten Vertretern seiner Branche zu gehören. Die Skepsis begleitete ihn zu Beginn seiner Amtszeit.

Kritik, Charme und Strategie: Yakins besonderer Weg zum Erfolg

Trotz der kritischen Stimmen lässt sich Yakins Erfolg mit der Schweizer Nationalmannschaft nicht bestreiten. Der Trainer gilt als taktisch versierter Stratege, der mit seiner ruhigen Art einen Kontrast zu den emotionalen Momenten innerhalb des Teams bildet.

Seine Lässigkeit und sein Charme lassen ihn häufig wie den ruhenden Pol wirken – auch dann, wenn der Druck besonders groß ist. Nach dem 1:1 gegen Katar zum WM-Auftakt wurde es rund um die Mannschaft zwischenzeitlich unruhig, unter anderem ausgelöst durch deutliche Worte von Führungsspieler Granit Xhaka. Yakin und Xhaka betonten jedoch mehrfach, dass ihr Verhältnis gut sei.

Yakin (r.) und Xhaka haben ein gutes Verhältnis
Yakin (r.) und Xhaka haben ein gutes VerhältnisREUTERS/Agustin Marcarian

"Als Trainer ziehe ich alle Register. Ich bin empathisch und humorvoll. Daneben kann ich aber auch Härte zeigen und unbequeme Entscheide fällen", sagte Yakin über seinen Führungsstil. Nun wartet auf den Schachspieler Yakin die wohl anspruchsvollste Partie seiner bisherigen WM-Reise. Die richtige Strategie muss er gegen einen Gegner finden, der einen ganz besonderen Namen in seinen Reihen hat: Lionel Messi.

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