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Nach WM-Härtetest: Deutsche Rad-Hoffnung Lipowitz schöpft neue Zuversicht

Florian Lipowitz konnte bei der Rad-WM nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen.
Florian Lipowitz konnte bei der Rad-WM nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen.ČTK / imago sportfotodienst / Fotoreporter Sirotti Stefano

Eine Medaille hatte Florian Lipowitz nicht im Gepäck, als er mit müden Beinen die weite Heimreise aus Kanada antrat. Und doch beendete der deutsche Hoffnungsträger den hart erkämpften Trip zur Rad-WM in Montréal mit einem guten Gefühl. Etwas mehr als zwei Monate nach seinem schweren Sturz bei der Tour de France hatte er den Härtetest über 273,4 anspruchsvolle Rennkilometer überstanden, sich wieder mit der Weltelite gemessen und dabei eine beruhigende Erkenntnis gewonnen. "Nach dem Sturz ist es schön zu sehen, dass es wieder aufwärts geht", sagte Lipowitz dem ARD-Hörfunk.

Auf dem 47. Platz - 7:04 Minuten hinter Überraschungs-Weltmeister Brandon McNulty (USA) - hatte Lipowitz das WM-Straßenrennen am Sonntag beendet. Aber, und das war angesichts seiner Vorgeschichte das Entscheidende, er hatte es beendet. "Mir hat der Punch gefehlt. Ich konnte ein bestimmtes Tempo fahren, dann war einfach nicht mehr drin", sagte Lipowitz: "Mein Ziel war, hier durchzukommen. Ich wusste aufgrund der Leistungen, die ich im Training gefahren bin, dass es nicht reichen wird, hier ganz vorne mitzufahren. Ich glaube, ich kann trotzdem zufrieden sein."

Denn hinter Lipowitz liegt eine Leidenszeit. Als er sich im Einzelzeitfahren der Frankreich-Rundfahrt im Juli bei einem heftigen Crash das Schlüsselbein brach, war die Entscheidung über einen WM-Start noch völlig offen. "Die Enttäuschung war groß. Ich lag zwei Wochen im Bett, habe mich zwei Wochen lang nicht groß bewegen können", sagte er im ZDF: "Der Wiedereinstieg war ziemlich hart."

Auf dem Weg zurück diente die WM als Ziel und Antrieb. "Mir ging es nach dem Sturz nicht so gut", sagte Lipowitz: "Dann habe ich mich langsam wieder aufgerafft. Man hat nicht so viele Möglichkeiten, für sein Land ein Rennen zu fahren."

Rennen zu fahren, das bleibt das Ziel für die kurze Rest-Saison. Die italienischen Herbst-Klassiker sind für den Profi vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe geplant, den Saisonabschluss soll es bei der Lombardei-Rundfahrt am 10. Oktober geben. Er wolle "auch mit Blick auf die kommenden Jahre noch möglichst viele Stunden und Kilometer sammeln", hatte Lipowitz schon vor dem WM-Rennen gesagt.

Lipowtz hofft auf Steigerung 2027

Die Saison 2027 wirft ihre Schatten bereits voraus, wenngleich es für konkrete Planungen noch zu früh ist. Erneut dürfte Lipowitz seine Stärken bei einwöchigen Rundfahrten zeigen, auch mit einer Rückkehr zur Tour de France darf gerechnet werden. Wenn im kommenden Jahr die WM in den französischen Alpen gastiert und ein noch berglastigeres WM-Rennen ansteht, will Lipowitz mehr als nur ankommen.

"Ich muss mich einfach noch ein bisschen mehr auf die Eintagesrennen fokussieren und mich da verbessern", sagte Lipowitz: "Dann hoffe ich, dass nächstes Jahr vielleicht noch mehr drin ist."

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