Das Kopf-an-Kopf-Rennen geht auf die Zielgerade, mit komplexen Rechenspielen muss sich die deutsche U21-Auswahl dennoch nicht abmühen. Die Ausgangslage ist simpel: Siegt das Team am Dienstag (18.00 Uhr/ProSieben Maxx) zum Abschluss der EM-Qualifikation gegen Georgien, ist das Ticket für das Kontinentalturnier in Albanien und Serbien im kommenden Sommer sicher.
Zum Match-Center: Deutschland vs. Georgien
"Jetzt haben wir nur noch ein Spiel, das wir gewinnen müssen", sagte Torgarant Nicolò Tresoldi bei ran. Doch der von zwei Verbänden heiß umworbene Shootingstar hat in Bielefeld auch noch ein ganz anderes Ziel im Blick.
Deutschland gehört der direkt Vergleich
Zunächst geht es auf der Alm um die EM-Teilnahme, die Rang eins in der Quali-Gruppe F garantieren würde. Diesen hat Deutschland vor der letzten Partie mit 24 Zählern inne. Und auch wenn die punktgleichen Griechen, die am Dienstag in Nordirland spielen, dicht auf den Fersen sind, reicht der DFB-Auswahl ein Sieg am Dienstag definitiv.
Denn bei Punktgleichheit zählt der direkte Vergleich, bei dem Deutschland nach einer 2:3-Niederlage und einem 2:0-Erfolg in den beiden Duellen mit Griechenland vorne liegt. Allerdings muss Trainer Antonio Di Salvo auf Innenverteidiger Noahkai Banks vezichten, der wegen einer Außenbandverletzung im rechten Knie ausfällt, wie dessen Klub FC Augsburg am Sonntag mitteilte.
Damit Platz eins auch nach dem Abpfiff in Bielefeld Bestand hat, sind erneut die Tore von Tresoldi gefragt. Davon gab es beim überzeugenden 4:1 auf Malta am Mittwoch gleich drei, weshalb dem 22-Jährigen nun ein Torrekord winkt: Trifft Tresoldi gegen Georgien noch zweimal, würde er mit Pierre Littbarski gleichziehen, der mit 18 Treffern bislang die deutsche Bestmarke im U21-Trikot hält.
"Das ist mein Ziel, das ist auch ein Grund, warum ich hier bin", sagte Tresoldi nach seinem Dreierpack gegen Malta: Natürlich habe er Ziele mit dem Team, "aber auch persönliche Ziele. Jetzt fehlen mir noch zwei Tore, hoffentlich kann ich schon am Dienstag die zwei Tore schießen."
Tresoldi schiebt DFB-Entscheidung auf
Dass der Angreifer von Club Brügge Littbarski vom Thron stürzen wird, scheint angesichts seiner Topform nur eine Frage der Zeit - der Gejagte drückt die Daumen, dass es schon am Dienstag klappt: "Der Junge hat sich das richtig verdient, und jetzt muss er sich auch die Krone holen", sagte Littbarski dem SID, "anders geht's gar nicht."
Den Wunsch von Bundestrainer Jürgen Klopp, Tresoldi dauerhaft an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu binden, würde dies sicher nochmals verstärken - doch die Entscheidung, ob er künftig für Deutschland oder Italien auflaufen wolle, möchte der begehrte Stürmer, der beide Staatsbürgerschaften besitzt, erst nach der EM treffen.
So bleibt den DFB-Verantwortlichen im Werben um Tresoldi vorerst nichts anderes übrig, als konsequent ihre Wertschätzung zu bekräftigen. Gegen Malta machte Di Salvo Tresoldi in Abwesenheit von Tom Bischof erstmals zum Kapitän, auch gegen Georgien wird er mit der Binde auflaufen. Dann stehen für Tresoldi allerdings keine Zukunftsfragen im Mittelpunkt - sondern das Erreichen von gleich zwei großen Zielen.
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