Heute Abend wartet mit Serbien der letzte Gegner in der Monstergruppe A – und nach dem überraschenden serbischen 30:27-Erfolg über Deutschland lebt für die ÖHB-Auswahl sogar noch die rechnerische Chance auf den Einzug in die Hauptrunde.
Sportlich blickt Österreich auf zwei Auftritte zurück, in denen phasenweise viel stimmte, am Ende aber die nötige Konstanz fehlte. Gegen Deutschland hielt man lange dagegen, gegen Spanien verlief die erste Hälfte nicht nach Wunsch. Das Aufbäumen in Halbzeit zwei kam zu spät und damit platzte (vermeintlich) der Traum von der Hauptrunde nach einer 25:30-Niederlage. Teamchef Iker Romero sprach danach von großer Enttäuschung, machte aber klar, dass der Blick sofort nach vorne gehen müsse. „In zwei Tagen haben wir ein ganz wichtiges Spiel“, so Romero. Zeit zum Hadern gibt es keine.
Die geringe Chance auf die Hauptrunde und der Kampf ums WM-Playoff
Wird es Rang 2, 3 oder 4? Österreich hat vor dem Duell mit Serbien mehrere Szenarien, die vom eigenen Ergebnis und vom Parallelspiel zwischen Deutschland und Spanien abhängen. Mit Rang 2 wäre Österreich in der Hauptrunde. Rang 3 würde immerhin für einen Startplatz im WM-Playoff reichen. Bei Rang 4 müsste Österreich für das WM-Playoff noch durch eine Qualifikation. Klar ist: Ein Sieg ist Voraussetzung.
Bei einer Niederlage droht Österreich der Gang in die Vor-Qualifikation zum WM-Playoff im Frühjahr. Bei einem Sieg gegen Serbien sind zumindest Platz drei und damit der direkte Weg Richtung WM-Playoff möglich. Und durch den serbischen Erfolg gegen Deutschland ist sogar mehr drin, auch wenn dafür mehrere Ergebnisse zusammenspielen müssten. Mit Rechenspielchen will man sich im rot-weiß-roten Lager aber nicht aufhalten.
Der Fokus liegt klar auf der eigenen Leistung. Lukas Hutecek bringt es auf den Punkt: „Wir alle sind motiviert ohne Ende und wollen endlich ein gutes Spiel zeigen. Wir haben das Gefühl, dass es langsam Zeit wird.“ Auch nach der Niederlage gegen Spanien war für ihn klar: Erst die eigenen 60 Minuten, dann alles andere.
Dass Serbien ein echter Prüfstein ist, hat der Erfolg gegen Deutschland eindrucksvoll bestätigt. „Serbien ist eine sehr gute Mannschaft. Das haben sie gezeigt“, betont Romero. Der Spanier hatte bereits vor dem Turnier darauf hingewiesen, dass es gewisse Ähnlichkeiten im Spielstil zwischen seinem Heimatland und den Serben gibt – ein weiterer Aspekt, der dieses Duell besonders macht. Gleichzeitig fordert er von seinem Team volle Hingabe: „Um dieses Spiel zu gewinnen, müssen wir von jetzt weg bis zum Spielende alles geben. Wir brauchen mehr Konstanz und müssen unsere Schwächen aus dem Spanien-Spiel abstellen.“
Ein Schlüssel wird erneut das Torhüterduell. Serbiens Schlussmann Dejan Milosavljev präsentierte sich zuletzt als X-Faktor. Abwehrchef Lukas Herburger warnt: „Da müssen wir extrem auf der Hut sein. Wir dürfen ihn nicht ins Spiel kommen lassen.“ Gerade in der Anfangsphase erwartet er einen hochmotivierten Gegner – mental wird das Spiel zur Bewährungsprobe.
Trotz aller Rechnereien bleibt die Marschroute klar. Sportdirektor Patrick Fölser formuliert es nüchtern: Rechnerisch ist noch etwas möglich, aber zuerst muss Österreich selbst liefern. „Unser Ziel muss jetzt sein, gegen Serbien noch einmal voll anzugreifen. Dann werden wir sehen, wozu es reicht.“
Ein Spiel bleibt. Ein Sieg ist Pflicht. Alles andere ergibt sich danach.
