Eine Dominanz wie vom übermächtigen FC Bayern in der Fußball-Bundesliga muss die DEL nicht fürchten. Und doch stellt sich vor dem Auftakt der neuen Saison am Donnerstag (19:30 Uhr/MagentaTV) einmal mehr die Frage: Wer stoppt die Eisbären Berlin?
"Wir haben alle ein gemeinsames Ziel und das ist, ganz weit zu kommen", betonte Kapitän Kai Wissmann vor dem Eröffnungsspiel gegen die Straubing Tigers.

Als erste Mannschaft der DEL-Historie könnten die Eisbären vier Titel in Serie holen. Doch die Konkurrenz wittert plötzlich Morgenluft, schließlich geht Berlin mit zwei dicken Fragezeichen in die neue Saison.
Match-Center: Eisbären vs. Tigers
Neuer Headcoach
Da wäre zum einen Éric Dubois. Die Ära von Erfolgstrainer Serge Aubin ist im Sommer nach fünf Meisterschaften in sechs Jahren zu Ende gegangen. Sein Nachfolger verfügt nur über sehr wenig Cheftrainer-Erfahrung.
Die ersten Pflichtspiele in der Champions Hockey League (CHL) bei Servette Genf (2:6) und dem HC Davos (2:8) gingen schon einmal mächtig daneben, wenngleich sich die Mannschaft danach fing und zwei Siege holte.
Von Dubois sei man jedenfalls voll "überzeugt", betonte Sportdirektor Stéphane Richer am Dienstag. Man sei "dabei, das Vertrauen zum Trainer aufzubauen", ergänzte Wissmann: "Er ist der Chef und wir folgen."

Gleichzeitig muss der Kanadier aber einen kleinen Umbruch moderieren. Das Torwartteam wurde nach den Abgängen von Jake Hildebrand (Mannheim) und Jonas Stettmer (Ingolstadt) nahezu komplett ausgetauscht, Jack Lafontaine und Jonas Neffin sind neu dabei.
Die Konkurrenz schläft nicht
All das lässt auch die Liga wieder auf Spannung hoffen. "Die müssen jetzt einen neuen Trainerstab integrieren, neue Torhüter integrieren", sagte Gernot Tripcke über die Eisbären: "Wir wissen alle, dass das Schlüsselpositionen sind. Die anderen werden alles geben, um aufzuholen."
Die anderen, das sind etwa die Adler Mannheim, die – gesegnet mit einer bemerkenswerten Kadertiefe und dem traditionell höchsten Etat der Liga – als Vizemeister weiter nach dem großen Wurf lechzen.
Bei den Kölner Haien steht mit Thomas Berglund zwar wie in Berlin ein neuer Trainer in der Verantwortung, ein starker Saisonstart in der CHL und eine aufgerüstete Offensive um Neuzugang Marcel Noebels stimmen die Kölner jedoch zuversichtlich.

Zudem will Red Bull München im zweiten Jahr unter Trainer Oliver David und mit Rückkehrer Dominik Kahun wieder oben angreifen.
Gewarnt sind die Konkurrenten dennoch – trotz aller Fragezeichen in der Hauptstadt. Berlin habe "einfach diesen Modus, den sie anschalten können", staunte Kahun im kicker: "Das wird auch dieses Jahr nicht anders sein." Zumal der Kern der Meistertruppe noch zusammen ist.
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