SkiFlash: Feller mit Erlösung in Kitzbühel, Shiffrin gewinnt die Slalom-Kugel

SkiFlash: Feller mit Erlösung in Kitzbühel, Shiffrin gewinnt die Slalom-Kugel
SkiFlash: Feller mit Erlösung in Kitzbühel, Shiffrin gewinnt die Slalom-KugelLuciano Maria Bisi/IPA Sport / ipa-agency.net / IPA / Profimedia

Promis, Partys & Spektakel! Vergangenes Wochenende stand bei den Herren das traditionelle Kitzbühel-Wochenende auf dem Programm. Die Technik-Damen absolvierten im tschechischen Spindlermühle einen Riesentorlauf und einen Slalom.

Welcher Shootingstar die Streif als Schnellster absolvierte, warum der Sieg für Manuel Feller so besonders ist und was sich sonst an dem spektakulären Wochenende getan hat, erfährst du im SkiFlash.

TOP – Stefan Babinsky im Super-G am Podest

Der Super-G in Kitzbühel wurde heuer zu einem wahren Krimi. Marco Odermatt gewann mit 0,03 Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Franjo von Allmen. “Es war sehr knapp, ich bin natürlich zufrieden. Es war wirklich keine fehlerfreie Fahrt, oben und im Zielschuss war es gut, in der Mitte und in der Traverse war ich nicht auf der Linie, die ich eigentlich fahren wollte. Ich war überrascht, dass es im Ziel grün aufgeleuchtet hat“, sagte der Superstar nach dem Rennen im ORF.

 

 

Bei besten Bedingungen komplettierte mit Stefan Babinsky ein Österreicher als Dritter das Podest. Der 29-Jährige hatte 0,25 Sekunden Rückstand auf Odermatt. Es war sein zweiter Super-G-Podestplatz in Folge nach seinem zweiten Platz in Wengen letzte Woche. “Ein extrem geiles Rennen, ein unglaubliches Publikum. Es war eine gute Fahrt, kurz vor dem Ziel hat es mir die Ski verschnitten, das war sicher nicht der schnellste Weg ins Ziel. Ich habe meinen Job gemacht, bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Das Skifahren hat sehr gut gepasst“, erklärte Babinsky.

TOP – Giovanni Franzoni triumphiert auf der Streif

Giovanni Franzoni ist der Shootingstar des Winters. Der 24-jährige Italiener gewann das prestigeträchtige Hahnenkammrennen vor Odermatt (+0,07) und Überraschungsmann Maxence Muzaton (+0,39). Franzoni wählte vor allem vom Seidalmsprung bis ins Ziel eine perfekte Linie und durfte sich feiern lassen. “Es ist unglaublich. Wirklich. Ich habe mich sehr auf das Rennen gefreut. Es ist in meinem Leben der größte Sportmoment. Es ist ein verrückter Tag, denn jeder Abfahrer will hier gewinnen, es ist der Traum von jedem. Ich habe es geschafft, es ist unglaublich“, sagte der Youngster nach seinem größten Sieg.

 

 

FLOP – ÖSV-Abfahrer mit Debakel

Die ÖSV-Stars hatten mit den vorderen Rängen nichts zu tun und schlitterten in ein historisches Debakel. Es war das schlechteste ÖSV-Ergebnis der Weltcup-Geschichte in einer Kitzbühel-Abfahrt. Vincent Kriechmayr belegte als bester Österreicher Rang 13. “Ein paar Kleinigkeiten waren das Problem, Traverse rein bin ich ein bisschen zu taktisch gefahren. Die Steilhangausfahrt bin ich auch zu taktisch gefahren, da wollte ich ein bisschen Geschwindigkeit mitnehmen. Da habe ich bisschen zu viel eingeschliffen und den Speed nicht so ganz gehabt. Überall war es ein bisschen was. Es ist sehr schade, ich habe mir schon mehr vorgenommen“, meinte der 34-jährige Oberösterreicher.

TOP – Sara Hector gewinnt den Riesentorlauf

Sara Hector triumphierte im Riesentorlauf von Spindlermühle vor den beiden US-Amerikanerinnen Paula Moltzan (+0,18) und Mikaela Shiffrin (+0,23). Die 33-jährige Schwedin verteidigte ihre Pausenführung und durfte sich über ihren achten Weltcup-Erfolg freuen. “Ich habe Paulas Lauf gesehen und gewusst, dass mein Steilhang nicht sauber war. Dann habe ich mir gedacht, dass ich Vollgas geben muss. Es hat geklappt. Die letzten Tore waren wirklich gut. Es hat am Ende gereicht, also bin ich superhappy. Ich freue mich wirklich, weil ich für diesen Sieg gekämpft habe“, sagte Hector.

 

 

FLOP – Keine ÖSV-Dame unter den Top-10 im RTL

Am Samstag gab es einen kleinen Rückschlag für Julia Scheib. Der ÖSV-Star lag nach dem ersten Durchgang auf Rang 3, ging in der Entscheidung aber zu viel Risiko und schied nach einem Fehler aus. Damit verlor sie wichtige Punkt im Kampf um die kleine Kristallkugel. Scheib hat nun bei zwei ausstehenden RTL-Bewerben noch 89 Punkte Vorsprung auf die Schweizerin Camille Rast. “Ich habe bis jetzt eine super Saison gehabt. Ich werde mir den Fehler genau anschauen, es passt aber sehr viel und das ist sehr gut“, schaute die 27-jährige Steirerin schon wieder nach vorne.

 

Julia Scheib nach ihrem Ausfall
Julia Scheib nach ihrem AusfallČTK / imago sportfotodienst / Kai Taller

 

In Abwesenheit von Scheib konnte sich keine ÖSV-Athletin aufdrängen. Nina Astner wurde als beste Österreicherin 13. und damit gab es keinen Top-10 Platz für den ÖSV an diesem Tag. Stephanie Brunner belegte Rang 16 und Ricarda Haaser wurde 19. 

TOP – Manuel Feller siegt am Ganslernhang

Endlich! Manuel Feller triumphiert bei seinem elften Antritt in Kitzbühel. Er katapultierte sich in der Entscheidung mit einem super Lauf noch von Platz 4 zum Sieg und verwies Loic Meillard (+0,35) und Linus Strasser (+0,53) auf die Plätze. 

 

 

“Das ist der größte Moment meiner Karriere. Es war wie ein Trancezustand, ich werde sicher noch ein bisschen brauchen, bis ich es realisiere“, war Feller überwältig. Sein Heimatort Fieberbrunn ist nur eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt und genau vor seiner Haustür gelang ihm nun der Befreiungsschlag in einer sehr fordernden Zeit. “Ich habe sehr hart auf und abseits der Piste an mir gearbeitet. Ich war ein paar Mal knapp dran zu sagen, es geht einfach nicht mehr“, sagte der 33-Jährige, der auch private Probleme durchblicken ließ. “Es ist die schwierigste Saison für mich, allgemein ein sehr schwieriger Abschnitt von meinem Leben“, so Feller. Nachsatz: “Ich möchte meiner Frau auch großen Dank aussprechen.“

TOP – Mikaela Shiffrin sichert sich Slalom-Kugel

Mikaela Shiffrin fuhr einmal mehr in einer eigenen Liga. Die 30-jährige Ausnahmekönnerin gewann den Slalom in Spindlermühle klar mit 1,67 Sekunden Vorsprung auf Rast. Dritte wurde die junge Deutsche Emma Aicher (+2,18). Für Shiffrin war es der siebte Saisonsieg und sie sicherte sich damit vorzeitig die kleine Kristallkugel. 

 

 

“Über die Kristallkugel habe ich gar nicht zu viel nachgedacht, denn ich musste viel an den Kurs denken. Jetzt ist es aber natürlich eine nette Überraschung. Es immer wieder ein Vergnügen, hier zu fahren. Die Stimmung ist großartig. Die Olympischen Spiele werden eine ganz andere Herausforderung. Ich hatte großartige Spiele, ich hatte harte Spiele. Wir kommen mit einem starken Team“, erklärte Shiffrin nach ihrem Sieg.