Henrik Kristoffersen krönt sich zum König von Schladming

Grenzenloser Jubel bei Henrik Kristoffersen
Grenzenloser Jubel bei Henrik KristoffersenČTK / AP / Marco Trovati

Henrik Kristoffersen hat beim Nachtslalom in Schladming Geschichte geschrieben. Der Norweger gewann das Rennen auf der Planai bereits zum fünften Mal und ist damit alleiniger Rekordsieger. In einem hochspannenden Finale setzte sich der 31-Jährige 0,34 Sekunden vor Landsmann Atle Lie McGrath durch, Clement Noel aus Frankreich belegte Rang drei. Als bester Österreicher klassierte sich Fabio Gstrein auf Platz fünf.

Der Norweger Henrik Kristoffersen war nach Rang zwei im ersten Durchgang voll auf Angriff gefahren und belohnte sich mit seinem ersten Saisonsieg. Gleichzeitig beendete er eine längere Durststrecke, denn zuletzt hatte er im März des Vorjahres im Weltcup ganz oben gestanden. Mit seinem insgesamt 33. Weltcupsieg überholte er zudem Benjamin Raich als erfolgreichsten Läufer in Schladming.

Nach dem Rennen zeigte sich der Norweger emotional, äußerte aber auch Kritik an der extrem harten, vereisten Piste: "Ich glaube, unter solchen Bedingungen sollte man kein Rennen fahren. Das war heute mehr wie Eishockey als ein Skirennen. Im Endeffekt ist es der fünfte Sieg in Schladming, jetzt kann ich sagen, das ist mein Wohnzimmer. So emotional war ich schon lange nicht mehr."

Gstrein mit starkem Auftritt, Feller in den Top-10

Aus österreichischer Sicht sorgte Fabio Gstrein für das beste Resultat. Der Tiroler verbesserte sich von Rang zehn noch auf Platz fünf (+1,75) und feierte damit sein klar bestes Saisonergebnis. Er sprach von einer sehr anspruchsvollen Fahrt, zeigte sich aber zufrieden: "Diesmal bin ich zweimal echt gut gefahren, bis zu Olympia habe ich noch Zeit zum Üben, dann kann ich wieder Gas geben. Es ist von oben bis unten eine Murkserei zum Fahren, aber wir sind die Besten der Welt."

 

 

Manuel Feller zeigte sich drei Tage nach seinem emotionalen Sieg in Kitzbühel erneut kämpferisch. Trotz Leistenproblemen und eines schwierigen ersten Laufs riskierte der Tiroler im Finale viel und arbeitete sich noch auf Rang zehn (+2,43) vor. Nun will er eine kurze Pause einlegen, um rechtzeitig wieder voll belastbar zu sein.

Sturm überzeugt, Enttäuschung bei anderen ÖSV-Läufern

Ein starkes Ausrufezeichen setzte Joshua Sturm. Der 24-Jährige erreichte erstmals das Finale in Schladming und stürmte mit viertbester Laufzeit von Platz 28 auf Rang zwölf (+2,79) vor – sein bestes Slalomresultat im Weltcup. Für mehrere Teamkollegen verlief der Abend hingegen enttäuschend: Adrian Pertl, Dominik Raschner und Johannes Strolz schieden im zweiten Durchgang aus.

Marco Schwarz und Michael Matt verpassten bereits das Finale. Beide reisen damit ohne positives Slalom-Erlebnis zu den Olympischen Spielen. Schwarz sprach offen über fehlendes Training und Schwierigkeiten im Slalom, während Matt das frühe Aus selbstkritisch kommentierte: "Einfach schlecht. Vor Olympia werde ich es machen wie in den letzten Jahren: ein bisschen eine Pause, dann zwei, drei Trainingstage maximal, damit ich frisch hinkomme."

Vor den Winterspielen stehen im Weltcup noch die Speedbewerbe in Crans-Montana auf dem Programm. Danach richtet sich der Fokus endgültig auf Olympia, wo der Herren-Slalom am 16. Februar in Bormio ausgetragen wird.