Im Jänner folgt ein Klassiker dem nächsten. Wer in Wengen wieder nicht zu schlagen war, welche italienischen Asse ihre Debütsiege feierten und wie es für die ÖSV-Stars lief, erfährst du im SkiFlash.
TOP – Stefan Babinsky mit Podest-Premiere
In seinem 94. Weltcup-Rennen war es endlich so weit. Stefan Babinsky durfte sich über sein erstes Weltcup-Podest freuen. Der 29-jährige musste sich im Super-G nur dem Italiener Giovanni Franzoni um 0,35 Sekunden geschlagen geben. “Es ist extrem schön. Ich habe sehr viel investiert in den vergangenen Jahren, die vierten Plätze haben mich immer wieder auch motiviert, da haben Kleinigkeiten nicht immer zusammengepasst, daran habe ich gearbeitet", sagte Babinsky im ORF. “Ich bin aber meinem Weg treu geblieben und habe immer an mich geglaubt.“
TOP – Zwei italienische Athleten mit erstem Weltcup-Sieg
Sowohl bei den Herren als auch bei den Damen gab es am vergangenen Wochenende einen Debütsieg. Giovanni Franzoni entschied den Super-G von Wengen für sich und jubelte über seinen ersten Weltcup-Sieg. “Das ist verrückt, weil ich hier vor zwei Jahren schon einen schweren Crash hatte, allerdings auch schon die ersten Punkte gesammelt habe. Es ist ein besonderer Ort für mich. Ich habe an mir gearbeitet in den flachen Passagen. Und wenn du das Selbstvertrauen hast, geht vieles einfacher“, meinte er nach dem Triumph.
Nicol Delago gewann beim Heim-Weltcup in Tarvis die Abfahrt und stand ebenfalls zum ersten Mal ganz oben am Siegerpodest. Die 30-jährige Lokalmatadorin bestätigte ihre guten Trainingsleistungen und gewann vor Kira Weidle-Winkelmann und Lindsey Vonn. “Unglaublich, ich realisiere das noch gar nicht. Ich bin wirklich happy mit meiner Fahrt“, sagte Delago. “Tarvis ist eine Strecke, wo man die Ski gut laufen lassen kann, mit viel Speed, mir taugen die langen Kurven mehr als die engen. Ich bin echt froh, dass ich das gut nützen konnte.“
TOP – Nina Ortlieb macht Schritt nach vorne
Nina Ortlieb wurde in der Abfahrt beste Österreicherin und verpasste das Podium als Vierte denkbar knapp. Dennoch war es eine starke Leistung und ihr bestes Ergebnis nach ihrer langen Verletzungspause. “Es war eine saubere und kontrollierte Fahrt, vielleicht zu viel Kontrolle und die Ski zu wenig gehen gelassen“, sagte die 29-jährige Vorarlbergerin. “Im Training war die Piste härter, im Rennen musste man feiner fahren. Aber es war fair und die Bedingungen für alle gleich. Den Fokus hatte ich nach den Trainingsleistungen natürlich auf das Podium gerichtet, aber mit dem Ergebnis muss ich zufrieden sein.“

FLOP – Restlichen ÖSV-Speed-Damen abgeschlagen
Alles andere als nach Wunsch lief das Wochenende für die restlichen ÖSV-Stars. Mirjam Puchner wurde in der Abfahrt als zweitbeste Österreicherin Elfte. Im Super-G am Sonntag war sie zwar beste ÖSV-Athletin, dennoch reichte es nur für den neunten Platz.
Conny Hütter erwischte ein Wochenende zum Vergessen. In der Abfahrt reichte es nur für Rang 18 und im Super-G kam sie nicht über Platz 12 hinaus. “Es war ein harter Arbeitstag. Es ist schwierig, ich bin froh, wenn ich von der Strecke wegkomme. Ich finde hier meinen Stil nicht, es geht nichts weiter, ich werde nicht schneller. Es passiert nichts, wo ich schneller werde. Ich freue mich jetzt auf Training in Österreich“, sagte sie nach dem Super-G.
TOP – Emma Aicher holt ihren zweiten Saisonsieg
Die deutsche Allrounderin Emma Aicher verwies im Super-G US-Superstar Vonn und die Tschechin Ester Ledecka auf die Plätze und durfte sich über ihren zweiten Saisonsieg freuen. “Ich war heute von oben bis unten mit dem Skifahren zufrieden. Ich finde, dass ich immer ein paar Fehler habe, heute war ich zufrieden. Es macht mir riesig Spaß, Rennen zu fahren. Ich fokussiere mich auf mein Skifahren und versuche, so gut wie möglich zu fahren. Das Resultat kommt dann von selber. Ich dachte schon bei der Besichtigung, dass der Lauf cool ist und mir liegen könnte“, analysierte Aicher gewohnt locker.
TOP – Marco Odermatt gewinnt Lauberhorn-Abfahrt
Marco Odermatt war einmal mehr nicht zuschlagen. Der Schweizer Superstar gewann die Lauberhorn-Abfahrt zum vierten Mal in Folge. “Es ist mir eine perfekte Fahrt gelungen. Ich wusste, es wird ein enges Rennen, deshalb wollte ich jedes Hundertstel herausholen, im Ziel habe ich dann gemerkt, dass es sehr gut war. Man findet immer ein paar Hundertstel, aber vom Gefühl her würde ich heute nicht mehr viel Zeit finden“, sagte er nach dem Rennen.
Odermatt hatte 0,79 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Vincent Kriechmayr. Vortagessieger Franzoni komplettierte als Dritter das Podest. Kriechmayr beendete in Wengen die Podest-Flaute der ÖSV-Herren in der Abfahrt. Seit 17. Februar 2024 stand kein Österreicher mehr auf dem Podium. “Es war eine meine besseren Abfahrten in dieser Saison, teilweise sogar sehr gut. Ich könnte zwei, drei Zehntelsekunden finden, aber nicht acht Zehntel. Unglaublich, was der Odi da wieder abgeliefert hat“, war Kriechmayr ehrlich.
FLOP – Ärger um verkürzte Abfahrtsstrecke in Wengen
Der Abfahrts-Klassiker musste aufgrund des starken Windes im oberen Streckenteil verkürzt werden. Der Start erfolgte kurz oberhalb vom Hundschopf. Diese Entscheidung sorgte aber im Nachhinein für Diskussionen. Der Wind blieb zur Startzeit um 12:30 Uhr aus und somit wäre einem Rennen von ganz oben nichts im Wege gestanden. "Ich habe offensichtlich einen falschen Wetterbericht erhalten“, gab FIS-Renndirektor Markus Waldner nach dem Bewerb gegenüber der "Blick" zu.

TOP – Atle Lie McGrath verteidigt seinen Slalom-Sieg
Der Sieger im Wengen-Slalom heißt wie im letzten Jahr Atle Lie McGrath. Der 25-jährige Norweger brachte seine Pausenführung ins Ziel und setzte sich vor Lucas Pinheiro Braathen (+0,47) und seinem Landsmann Henrik Kristoffersen (+0,81) durch. “Wengen ist ein spezieller Ort. Es ist so cool, hier zu fahren. Zwei Siege in Folge war ein Kindheitstraum von mir, der wahr geworden ist“, so McGrath nach seinem insgesamt sechsten Weltcup-Sieg. “Am Start habe ich gehört, dass Lucas vorne ist, da habe ich gewusst, dass ich Gas geben musste.“
FLOP – Österreichs Slalom-Asse mit der nächsten Enttäuschung
Wieder nichts zu holen für die ÖSV-Stars. Michael Matt wurde im Wengen-Slalom als bester Österreicher Siebter. Er hatte aber 2,09 Sekunden Rückstand auf den Sieger McGrath. “Der sechste Platz wäre drinnen gewesen. Die Platzierung ist okay, der Rückstand war schon zu groß. Den habe ich im ersten Lauf aufgerissen, der war schwierig, und ich habe mich nicht gut gefühlt“, meinte er im Anschluss.
Manuel Feller hatte in beiden Durchgängen einen schweren Fehler und somit reichte es nur für Platz 11. Adrian Pertl (14.), Joshua Sturm (16.), Fabio Gstrein (20.) und Johannes Strolz (28.) sammelten zumindest Weltcup-Punkte. Die ÖSV-Asse warten damit immer noch auf den ersten Podestplatz in der Saison und stecken kurz vor Olympia in der Krise.
