Vonn triumphiert in Zauchensee – ÖSV-Damen erleiden Debakel

Lindsey Vonn strahlt in Zauchensee erneut vom Siegertreppchen
Lindsey Vonn strahlt in Zauchensee erneut vom SiegertreppchenCHRISTIAN BRUNA / EPA / Profimedia

Lindsey Vonn hat bei der Damen-Abfahrt in Zauchensee erneut ihre außergewöhnliche Klasse unter Beweis gestellt. Trotz der von Neuschnee stark verkürzten Strecke setzte sich die 41-jährige US-Amerikanerin souverän durch und feierte ihren 45. Abfahrtssieg sowie ihren insgesamt 84. Erfolg im Weltcup. Die Österreicherinnen fuhren hinterher. DSV-Youngster Emma Aicher wurde starke Sechste.

Lindsey Vonn gewann mit 0,37 Sekunden Vorsprung vor der Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie, dahinter folgte ihre Landsfrau Jacqueline Wiles (+0,48). Die erwarteten engen Zeitabstände blieben aus, da Vonn die Bedingungen besser als die Konkurrenz meisterte. Ebenso überzeugen konnte die Schweizerin Janine Schmitt, die mit Startnummer 24 auf Platz fünf (+0,65) fuhr. Auch Deutschlands Youngster Emma Aicher (+0,68) setzte mit Rang sechs ein Statement.

Hütter beste Österreicherin, Egger stürzt schwer

Beste Österreicherin wurde Cornelia Hütter, die mit etwas mehr als einer Sekunde Rückstand nur Rang 20 erreichte. Ariane Rädler und Nadine Fest landeten ex aequo auf Platz 24. Erfreulich aus heimischer Sicht waren die ersten Weltcup-Punkte für Carmen Spielberger und Leonie Zuegg, auch Mirjam Puchner schaffte es noch in die Punkteränge.

Magdalena Egger stürzte schwer
Magdalena Egger stürzte schwerČTK / AP / Marco Trovati

Bereits früh im Rennen kam es zu einem dramatischen Zwischenfall: Magdalena Egger stürzte nach rund 30 Sekunden Fahrzeit schwer. Die Salzburgerin konnte die Strecke nicht selbstständig verlassen und wurde mit Verdacht auf eine Knieverletzung per Hubschrauber ins Krankenhaus nach Radstadt geflogen.

Vonn findet die entscheidende Spur

Vonn zeigte sich nach dem Rennen besonders zufrieden, da sie in Zauchensee positive Erinnerungen hat. „Ich wollte meine letzte Abfahrt in Zauchensee genießen, weil es meine letzte Chance ist“, so Vonn. Bereits 2016 hatte sie dort gewonnen. Entscheidend sei gewesen, eine direkte Linie zu fahren und den tiefen Schnee zu meiden. Dass sie zehn Jahre später erneut an gleicher Stelle siegen konnte, überraschte sie selbst – auch wenn sie betonte, dass ihr mentaler Fokus und ihr körperlicher Zustand aktuell sehr gut seien.

ÖSV-Läuferinnen kommen mit Piste nicht gut zurecht

Hütter analysierte ihr Rennen selbstkritisch und sprach davon, nicht die richtige Spur erwischt zu haben. „Ich bin die Linie gefahren, die ich mir angeschaut habe. War dann aber langsam und wollte abkürzen, bin aber wohl dort gefahren, wo die anderen nicht gefahren sind. Da hat es mich eingebremst", ärgerte sich Österreichs beste Speed-Athletin.

Der feine Neuschnee sei schwer erkennbar gewesen und habe sie entscheidend eingebremst. Auch Rädler zeigte sich enttäuscht und verwies darauf, wie wichtig es gewesen wäre, in den Kurven nicht zu viel Schnee mitzunehmen.

Aufgrund der starken Schneefälle wurde die Abfahrt deutlich verkürzt und vom Ersatzstart an der Gamskogelhütte gefahren. Trainingsfahrten waren wetterbedingt kaum möglich, was im Vorfeld für Diskussionen sorgte.

Am Sonntag bietet sich den Athletinnen im Super-G die nächste Chance auf bessere Ergebnisse.