Snowboarderin Hofmeister: Noch eine Überraschung? Erstmal "Dankbarkeit"

Ramona Hofmeister geht als eine der Favoritinnen in die Olympischen Spiele.
Ramona Hofmeister geht als eine der Favoritinnen in die Olympischen Spiele.PETER KNEFFEL / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Vor ihren dritten Olympischen Winterspielen herrscht in Ramona Hofmeister vor allem ein Gefühl vor: Dankbarkeit. "Ich bin brutal glücklich, dass es funktioniert hat", sagt die Snowboarderin mit Blick auf ihre Teilnahme, "das Ziel war immer klar."

Im September schien der Traum jedoch bereits in weite Ferne gerückt - beim Training in Zermatt hatte sich die 28-Jährige das Sprungbein (Talus) gebrochen und das Außenband gerissen. Nun fährt Hofmeister am Sonntag im Parallel-Riesenslalom in Livigno (Finale ab 13.00 Uhr/ZDF und Eurosport) um die Medaillen.

Dass sich die viermalige Gesamtweltcupsiegerin trotz mehrmonatiger Trainings- und Wettkampfpause in Windeseile zurück in den Kreis der Favoritinnen katapultiert hat, verwunderte sogar sie selbst. Bei ihrem Weltcup-Comeback Anfang Januar fuhr Hofmeister im schweizerischen Scoul auf Anhieb auf Platz eins, es folgten vor Olympia ein weiterer Sieg sowie je ein zweiter und ein dritter Rang.

Keine Zweifel an Olympia-Teilnahme

"Damit habe ich nicht gerechnet", sagte sie im Gespräch mit dem SID, "das hat mich ziemlich überwältigt." Allein, dass sie ihren Verletzungsrückschlag im Herbst erstaunlich gut hatte verarbeiten können, hat die Athletin vom WSV Bischofswiesen überrascht.

Die körperlichen Schmerzen, berichtet Hofmeister, seien eine Herausforderung gewesen, "aber mental ging es mir von Anfang an gut. Es gab kein Loch." Zweifel an einer Olympia-Teilnahme habe sie "so gut wie keine gehabt". Im Moment der Verletzung habe sie sich gedacht: "Es ist erst September. Nicht Dezember. Dann wäre es unmöglich gewesen."

Trotz ihres furiosen Comebacks verspürt Hofmeister, die bei den Spielen 2018 in Pyeongchang Bronze gewann, in Livigno aber keinen Druck - nicht "mit der Story im Gepäck", wie sie betont. Den Race-Boardern bietet sich bei Olympia mit dem Parallel-Riesenslalom nur eine Medaillenchance, "es ist tagesformabhängig, vielleicht gehört auch ein bisschen Glück dazu", sagt Hofmeister deshalb. Grundsätzlich gefalle ihr die Strecke in Livigno aber "sehr gut".

Gold-Kandidatinnen gibt es jedoch einige: Für Hofmeister zählen die zweimalige Olympiasiegerin Ester Ledecka aus Tschechien, Tsubaki Miki aus Japan sowie die Italienerinnen um Elisa Caffont zu den stärksten Konkurrentinnen. Und doch hätte sie wohl nichts dagegen, sich am Sonntag ein weiteres Mal selbst zu überraschen.