Zum Hauptinhalt springen

Lipowitz startet bei Lombardei-Rundfahrt: Erster Härtetest fürs neue Jahr?

Florian Lipowitz
Florian LipowitzČTK / imago sportfotodienst / Arne Mill

Das Comeback ist geschafft, die Saison biegt rasant auf die Zielgerade ein, doch noch ist das Radsport-Jahr für Florian Lipowitz nicht beendet. Gut zweieinhalb Monate nach seinem fiesen Sturz bei der Tour de France greift Deutschlands Starfahrer noch ein wohl letztes Mal an – bei der legendären Lombardei-Rundfahrt in Italien.

Am Samstag (ab 11.00 Uhr/Eurosport) steht das fünfte und letzte Monument im Rad-Kalender auf dem Programm. Es ist der bergigste der großen Klassiker, der einzige, der nicht im Frühjahr ausgetragen wird und einer, der in diesem Jahr nach der Absage des großen Tadej Pogacar Spannung verspricht wie lange nicht mehr. Auf Lipowitz wartet ein emotionales Debüt im Norden Italiens – ohne den ganz großen Erfolgsdruck.

Es sei schön gewesen, "zu sehen, dass es wieder aufwärtsging", sagte der Laichinger vor knapp zwei Wochen. Da hatte er gerade bei der Weltmeisterschaft in Montreal das deutsche Trikot getragen und sein viertes Rennen im Spätsommer bestritten. 70 Tage nach seinem Schlüsselbeinbruch, den er sich beim Tour-Zeitfahren zugezogen hatte, reichte es letztlich zu einem ordentlichen 47. Platz.

"Ich muss mich ein bisschen auf die Eintagesrennen fokussieren, dass ich mich da verbessere und dann hoffe ich, dass nächstes Jahr noch mehr drin ist", sagte Lipowitz in Montreal. Eine Aussage, die zeigt, welche Bedeutung die Lombardei-Rundfahrt für den 26-Jährigen hat. Sie ist eine Art Vorbereitungsrennen, das Ziel: Den Sturz auf mentaler Ebene weiter verarbeiten und gleichzeitig den Grundstein legen für Angriffe im kommenden Jahr. Auf den WM-Thron, aber auch auf Titel bei den Rundfahrten.

Junge Favoriten

Zu den Favoriten zählt Lipowitz gewiss nicht, selbst in Topform würde er das nicht. Denn die ganz hohen Berge, auf denen sich der Deutsche besonders wohlfühlt, fehlen auf dem Kurs. Was das Rennen nicht weniger anspruchsvoll macht – neun kategorisierte Anstiege, manche kurz und giftig, andere länger und weniger steil, hat "Il Lombardia" in petto – auf der Strecke, die diesmal über 239 km von Bergamo nach Como führt.

In den vergangenen fünf Jahren setzte sich fünfmal Pogacar die Krone auf, da der Slowene aber seine Saison sturzbedingt beendet hat, geht die Tür für die Konkurrenz endlich wieder auf. Pogacars mexikanischer Teamkollege Isaac Del Toro darf sich berechtigte Hoffnungen auf einen Prestige-Erfolg machen, ebenso wie Toptalent Paul Seixas aus Frankreich und der britische Mountainbike-Olympiasieger Tom Pidcock.

Helfer für Evenepoel?

Und dann ist da ja auch noch Remco Evenepoel. Lipowitz' Teamkollege bei Red Bull Bora-hansgrohe will ein starkes Jahr inklusive Platz zwei bei der Tour de France, dem WM-Titel im Zeitfahren und dem EM-Titel im Straßenrennen krönen. In den vergangenen beiden Jahren wurde der Belgier Zweiter, nun soll der erste Sieg beim Herbst-Klassiker her.

Das Team dürfte voll auf Evenepoel setzen. Gut möglich also, dass Lipowitz im herausragend besetzten deutschen Kader, dem auch der frischgebackene Zeitfahr-Europameister Primoz Roglic angehört, in die Helferrolle schlüpft. Seine eigenen Ziele liegen ohnehin im neuen Jahr.

Flashscore bei Google bevorzugenSo siehst du unsere News öfter
HinzufügenBei Google hinzufügen