Pogacar mit Rückenwind zum Romandie-Debüt – Lipowitz-Duell wartet

Tadej Pogacar am Sonntag.
Tadej Pogacar am Sonntag.Belga / Sipa USA / Profimedia

Bevor Tadej Pogacar sich auf ungewohntes Terrain begibt, übte er sich in Lüttich nochmal in gewohnter Pose: Stolz umklammerte er auf dem obersten Siegerpodest die Trophäe für den Gewinner, dann blickte der 27-Jährige auf seine nächste Mission in der Schweiz voraus: "Ich bin diese Rundfahrt noch nie gefahren und freue mich sehr darauf." Zum ersten Mal überhaupt geht der Dominator der Rad-Elite ab Dienstag bei der Tour de Romandie an den Start – und zum ersten Mal in diesem Jahr trifft er auf Florian Lipowitz.

Nach einem fast makellosen Frühjahr mit drei Siegen bei den vier Monumenten erwartet Pogacar im Duell mit seinem deutschen Rivalen ein echter Härtetest im Hinblick auf die Tour de France (4. bis 26. Juli). Mit Oscar Onley ist auch der Tour-Vierte des vergangenen Jahres in der Romandie dabei.

"Es ist eine schöne Gegend," sagte Pogacar, der sich am Sonntag zum dritten Mal hintereinander und zum vierten Mal insgesamt zum Sieger beim Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich gekürt hatte: "Ziel ist vor allem der Übergang von den Klassikern zurück zu den Rundfahrten."

Dass Pogacar diese Umstellung meistern und einmal mehr der Gradmesser für die Konkurrenz um Lipowitz sein wird, dürfte kaum jemand bezweifeln. Nachdem er sich vor zwei Wochen bei Paris-Roubaix noch Wout van Aert hatte geschlagen geben müssen, feierte der Slowene in Belgien mit 45 Sekunden Vorsprung einen überlegenen Solo-Sieg.

Pogacar hatte sich bei seinem vierten Saisonsieg lange dem französischen "Wunderkind" Paul Seixas erwehren müssen; der 19-Jährige hielt bis zum letzten Anstieg 13 Kilometer vor dem Ziel mit dem Überfahrer mit. Das Maß aller Dinge aber bleibt Pogacar, der daher auch für Lipowitz in der Romandie, wo bis zum 3. Mai nach dem Prolog am Dienstag fünf Etappen, 851,6 Rennkilometer und 14.266 Höhenmeter zu bewältigen sind, nur schwer zu knacken sein wird.

Lipowitz mit Selbstvertrauen

Allerdings präsentierte sich auch Lipowitz bislang in starker Frühform: Bei der Katalonien-Rundfahrt Ende März fuhr der 25-Jährige auf Rang drei, bei der Baskenland-Rundfahrt Mitte April wurde er hinter Seixas Zweiter.

"Der zweite Platz im Baskenland hat mir viel Selbstvertrauen gegeben", sagte der Tour-Dritte von 2025 im Vorfeld, "ich glaube, die Form ist da." Er wolle die Belastung im Hinblick auf die Tour de France besser dosieren als im vergangenen Jahr, hatte Lipowitz kürzlich in der Sport Bild angekündigt: "Deshalb fahre ich ein ruhigeres Programm, damit ich auch nach der Tour noch genug Energie habe, um die Saison stark zu Ende zu fahren."

Schwere Aufgaben warten bis dahin genug – und schon ab Dienstag mit Pogacar der stärkste aller Gegner.