Zverev jagt den Sieger-Sombrero – Tod von Drogenboss sorgt für Schwierigkeiten

Zverev möchte in Acapulco seinen ersten Titel im neuen Kalenderjahr holen
Zverev möchte in Acapulco seinen ersten Titel im neuen Kalenderjahr holenMARK AVELLINO / ANADOLU / ANADOLU VIA AFP

Alexander Zverev greift erstmals seit den Australian Open wieder auf der Tour an. In Acapulco muss der Hamburger mehreren Widrigkeiten trotzen.

Von Sicherheitsbedenken war noch nicht die Rede, als Alexander Zverev am Wochenende bestens gelaunt mit Dackel Mishka über die Anlage von Acapulco spazierte.

"Ich bin gerne hier, ich mag die Menschen, die Umgebung und die Atmosphäre", schwärmte der Hamburger vor dem Start des ATP-Turniers. Fast eine ganze Woche hat sich Zverev Zeit genommen, um sich an der Pazifikküste entspannt auf die kommenden Matches vorzubereiten - doch seither sind über seinem Lieblingsturnier dunkle Wolken aufgezogen.

Tod von Drogenboss sorgt für chaotische Szenen

Da wäre vor allem der drohende Abbruch des Events, dessen Qualifikationsrunde seit Sonntag läuft. Die Eskalation der Gewalt im Anschluss an die Tötung des berüchtigten Drogenbosses "El Mencho" durch die mexikanische Armee hält das Land weiter in Atem. Inzwischen rät sogar das Auswärtige Amt "dringend" von Reisen nach Guerrero ab – dem Bundesstaat, in dem Acapulco liegt.

Der bekannte US-Tenniskommentator Brett Haber schlug am Montag ebenfalls Alarm. Er habe das Land verlassen, schrieb er bei X, berichtete von einem "wahnsinnigen" Polizeiaufkommen am Flughafen und schickte eine Forderung an die Profispieler-Organisation ATP hinterher: "Entsendet ein Flugzeug nach Acapulco und Mérida und holt alle da raus. Das ist keine Übung."

Doch entgegen anders lautender Gerüchte vom Sonntag soll das Turnier – analog zum WTA-Turnier in Mérida im Nordosten – über die Bühne gehen. "Wir stehen in ständiger Koordination und Kommunikation mit den Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden", hieß es in der Mitteilung des Veranstalters. Oberstes Ziel sei es, die "Einhaltung der festgelegten Sicherheitsprotokolle" zu gewährleisten.

Auftakt gegen Moutet

Die angespannte Lage im Land der Fußball-WM 2026 dürfte auch Mexiko-Freund Zverev nicht kalt lassen. Und doch wird der Hamburger versuchen, sich auf seinen sportlichen Fortschritt zu fokussieren.

In der Nacht auf Mittwoch wartet im Kampf ums Achtelfinale zunächst der spielstarke Franzose Corentin Moutet. Bei den Australian Open in Melbourne – wo er nach einem epischen Fünfsatzkrimi gegen Carlos Alcaraz nur knapp das Finale verpasst hat – hatte sich Zverev zuletzt stark verbessert präsentiert.

Er verfiel plötzlich kaum noch in seine zuvor fast chronische Passivität und attackierte auch mit der einst so wackeligen Vorhand. Ein weiterer positiver Aspekt der noch jungen Saison: Zverev scheint sich nun auch endlich die Pausen zu nehmen, die sein Körper braucht. 

Zverevs Vorhand ist konstanter als in der Vergangenheit
Zverevs Vorhand ist konstanter als in der VergangenheitREUTERS/Jaimi Joy

Zverev hört auf seinen Körper

Sein Halbfinalaus in Melbourne liegt nun schon rund zweieinhalb Wochen zurück. Doch anstatt noch ein anderes Turnier reinzuquetschen, nahm sich der frühere "Alles-Spieler" diesmal Zeit für eine entspannte Anreise nach Acapulco und gleich mehrere Trainingstage.

"Vergangenes Jahr war mein Zeitplan verrückt, besonders zu Beginn des Jahres", hatte Zverev in Melbourne erklärt: "Da fingen meine Probleme an, weil ich mental erschöpft war, und wenn man mental erschöpft ist, fangen auch die Verletzungen an." Nun soll alles anders werden. Er müsse nun besser planen, da er gelernt habe, "dass der Körper vielleicht etwas älter wird", sagte Zverev.

Mexican Open 2026: Zverev greift nach erstem Titel des Jahres