Alexander Zverev grinste. Und dachte dann laut darüber nach, sein Glück vielleicht noch ein bisschen weiter zu strapazieren. "Vielleicht gehe ich ins Casino, mein Bruder hat da diese Woche eine Menge Geld gemacht", antwortete der Weltranglistendritte im launigen On-Court-Interview mit Andrea Petkovic auf die Frage, was er denn mit seinem freien Tag noch so vorhabe.
Nach seinem etwas holprigen Auftaktsieg gegen Gabriel Diallo zeigte sich der Tennisstar bestens gelaunt, doch seinen Fokus will Zverev so schnell wie möglich nach vorne richten. Die kommenden Aufgaben, mahnte er kurz darauf bei der Pressekonferenz, würden schließlich "nicht einfacher für mich".
Nach dem 6:7 (1:7), 6:1, 6:4, 6:2 gegen den Kanadier wartet nach zwei Tagen Pause ein Duell mit dem Australier Alexei Popyrin oder Alexandre Müller aus Frankreich auf Zverev. Und gegen den Franzosen hat er erst im vergangenen Jahr in Hamburg eine Niederlage kassiert.
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"Ich weiß schon, wie ich spielen muss"
Als Favorit wird Zverev dennoch in die Zweitrundenpartie gehen - unabhängig davon, wer sich am Montag im Duell der potenziellen Gegner durchsetzt. Schließlich hatte er gegen Diallo nach einem sehr bedenklichen Start doch noch überzeugt und seine abermalige Titelmission beim ersten Grand Slam des Jahres erfolgreich gestartet.
"Er verliert fast wie alljährlich den ersten Satz. Aber hinten raus lief es dann ziemlich gut", analysierte Tennis-Ikone Boris Becker bei Eurosport. "In diesem Fall kann man wirklich sagen: Ende gut, alles gut." Nach 2:43 Stunden hatte Zverev seinen Matchball verwandelt und zum zehnten Mal nacheinander das Ticket für die zweite Runde in Melbourne gebucht.
Eine Sache wollte Zverev auf dem Court dann aber doch noch loswerden - trotz guter Laune. "Ich weiß schon, wie ich spielen muss", sagte er. Aber: "Ich brauche keine 58 Experten und keine 80 Millionen Deutsche, um mir das zu sagen bei jedem einzelnen Grand Slam, den ich spiele."
Zverev nimmt Startprobleme mit Humor
Zverev, schon häufiger holprig in ein großes Turnier gestartet, wirkte gegen den anfangs starken Diallo zunächst seltsam fahrig und legte im ersten Satz eine bedenkliche Körpersprache an den Tag. Auch seinen Schläger ließ er früh frustriert zu Boden fallen. "Die normalen Sachen, die ich so mache in der ersten Runde eines Grand Slams", witzelte Zverev anschließend.
Der Hamburger kämpfte sich zwar nach einem frühen Break-Rückstand nochmal ran, doch im Tie Break war Diallo zu stark. Die frühe kalte Dusche in der Melbourner Mittagshitze entfaltete jedoch eine heilsame Wirkung auf Zverev. Der erste Aufschlag kam nun besser, zwei schnelle Breaks im zweiten Durchgang gaben dem Deutschen die Sicherheit zurück. Letztlich war Diallo chancenlos.
Zverev unternimmt beim Turnier in Melbourne bereits seinen 40. Anlauf auf den ersehnten Titel bei einem der vier Major-Turniere. Am Montag müssen in Melbourne drei weitere deutsche Profis ihr Erstrundenmatch bestreiten: Tatjana Maria, Ella Seidel und Jan-Lennard Struff.
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