Auf seinem Lieblingscourt der Anlage im Melbourne Park verwandelte Zverev nach 2:46 Stunden den Matchball mit einem Ass und genoss den Applaus der Zuschauer in der John Cain Arena.
Er zog zum siebten Mal in die Runde der besten 16 in Melbourne ein – seinem bisherigen Co-Rekordhalter Boris Becker gelang das in dessen Karriere nur sechsmal.
Cerúndolo ein "schwieriger Gegner"
"Ich wurde heute vor eine echte Aufgabe gestellt, ich bin glücklich mit dem Sieg und glücklich, weitergekommen zu sein", sagte Zverev im launigen Interview nach dem Match. "Ich habe die Vorhand heute gut getroffen. Das ist der Schlag, der mich gewinnen oder verlieren lässt. Wenn ich ihn so treffe und selbstbewusst damit bin, ist das immer sehr wichtig."
In sein Achtelfinale mit Francisco Cerúndolo wird der Vorjahresfinalist am Sonntag erneut als Favorit gehen. Gegen den Argentinier hat Zverev zwar eine negative Bilanz von 2:3 – die beiden Duelle auf Hartplatz gingen aber an den deutschen Topspieler.
"Für mich ein schwieriger Gegner", sagte Zverev im Interview mit Eurosport: "Die ersten drei Duelle mit ihm habe ich verloren, aber die letzten beiden Matches habe ich für mich entschieden."
Wieder Satzverlust
Kurz nach 19 Uhr Ortszeit hatte Zverev die Arena zuvor mit konzentrierter Miene und dicken Kopfhörern auf den Ohren betreten. Und nach einem ruckeligen Beginn inklusive Break des Briten spielte er einen guten ersten Satz.
Der einzige verbliebene deutsche Profi im Turnier war in den entscheidenden Momenten zur Stelle und zog dem Linkshänder mit einem späten Break den Zahn. Der Knöchel, der beim Zweitrundenerfolg gegen Alexandre Müller aus Frankreich noch gezickt hatte, er schien Zverev diesmal nicht zu beeinflussen.
"Er ist ein super Spieler, kann ein sehr hohes Niveau spielen", hatte Zverev zuvor gewarnt. Und Cameron Norrie gab ihm im Anschluss recht. Zverev ließ in den ersten beiden Sätzen zwar nur zwei Breakbälle zu, doch beide nutzte der einstige Wimbledon-Halbfinalist Norrie. Den zweiten davon zum 1:1-Satz-Ausgleich.

Zverev, der sich eigentlich nicht viel vorzuwerfen hatte, schaffte es also wie schon in den beiden Runden zuvor nicht, ohne Satzverlust durchzukommen. Er ließ sich dadurch aber nicht nervös machen. Ein schnelles Break brachte ihn im dritten Satz zurück auf Kurs. Es blieb jedoch eine umkämpfte Partie "auf gutem Niveau", wie Becker am Eurosport-Mikrofon befand.
Duell mit Medvedev winkt
Ein kleines Kuriosum hatte das Match dann auch noch zu bieten. Immer wieder musste das Spiel kurz unterbrochen werden und Handtücher zum Einsatz kommen – um Vogelkot vom Court zu entfernen. Zverev nutzte die kleinen Pausen, um sich zu fokussieren und marschierte anschließend durch zum verdienten Sieg.

Sollte Zverev auch sein nächstes Match gewinnen, bahnt sich ein Duell mit seinem Angstgegner Daniil Medvedev im Viertelfinale an. Der Russe überstand am Freitag auch einen 0:2-Rückstand gegen Fabian Marozsan; er ist damit weiter auf "Kollisionskurs" mit dem Hamburger.
Match-Center: Zverev vs. Norrie
