Australian Open 2026: Ein würdiges Spektakel zum Start ins neue Tennisjahr

Zwei Männer, zwei Generationen, eine Passion
Zwei Männer, zwei Generationen, eine PassionAA/ABACA / Abaca Press / Profimedia

Die Australian Open sind das erste große Tennis-Highlight der Saison. Auch heuer trafen sich die Stars in Melbourne, um um den ersten Grand Slam Titel des Jahres zu kämpfen.

In der großen Australian Open Analyse blicken wir auf das Geschehen in Australien, die spannendsten Stories und die siegreichen Tennis-Asse zurück. Darüber hinaus nehmen wir Österreichs Top-Spieler genauer unter die Lupe und beurteilen ihre Leistungen. 

Rekord-Semifinale

Das Halbfinale zwischen Carlos Alcaraz und Alexander Zverev ging als eines der spektakulärsten Matches der Australian Open in die Geschichte ein. Nach 5 Stunden und 27 Minuten setzte sich Alcaraz in fünf Sätzen mit 6:4, 7:6, 6:7, 6:7, 7:5 durch. Es war eines der längsten Halbfinali, die je in Melbourne ausgetragen wurden.

 

 

Die Partie war geprägt von enormer Intensität, langen Ballwechseln und mehrfachen Wendungen. Alcaraz kämpfte im Verlauf des Matches mit körperlichen Problemen und Krämpfen, fand jedoch immer wieder Wege zurück ins Spiel. Vor allem mental zeigte der Spanier außergewöhnliche Stärke. Mit diesem Sieg unterstrich er eindrucksvoll seinen Anspruch auf die absolute Weltspitze.

Rybakina vs. Sabalenka

Bei den Damen präsentierten sich die Titelverteidigerin Aryna Sabalenka und Elena Rybakina, Siegerin der AO 2026, einmal mehr in beeindruckender Form. Die Weltranglistenerste erreichte ohne Satzverlust das Finale und bestätigte damit ihre Liebe zu den Bedingungen in Melbourne. Im Halbfinale ließ sie Elina Svitolina beim 6:2, 6:3 kaum eine Chance. Sabalenka überzeugte mit druckvollen Grundschlägen, hohem Tempo und großer mentaler Stabilität in den entscheidenden Phasen.

Ebenso überzeugend navigierte sich die 26-jährige Kasachin durchs Turnier. Dass sich die beiden Power-Spielerinnen im Finale gegenüberstanden war die Kirsche auf der AO-Torte. Rybakina setzte sich im hochklassigen Endspiel mit 6:4, 4:6, 6:4 durch. Eines ist jedenfalls gewiss: Dieses Duell prägt die WTA-Tour hoffentlich noch viele Jahre.

 

 

Titelverteidiger ohne Finaleinzug

Titelverteidiger Jannik Sinner musste sich bei den Australian Open 2026 deutlich mehr strecken als im Vorjahr. Der Italiener kämpfte sich durch mehrere intensive Matches und erreichte die entscheidende Turnierphase. Dort war aber im Halbfinale im Duell mit Novak Djokovic Endstation.

Auf der Damenseite sorgte das frühe Aus der Vorjahressiegerin Madison Keys im Achtelfinale für eine Überraschung. Ihr Ausscheiden öffnete das Draw und ermöglichte eine neue Final-Konstellation.

 

 

Novak Djokovic – Ältester Finalist der Australian Open

Der serbische Rekordchampion Djokovic spielte sich mit mehreren souveränen Siegen durch die erste Turnierhälfte und gab dabei keinen Satz ab. Im Achtelfinale profitierte er kampflos von Verletzung von Jakub Mensik. Im Viertelfinale stand er schon mit dem Rücken zu Wand, doch Lorenzo Musetti musste bei 2:0-Satzvorsprung aufgeben und Djokovic erreichte die nächste Runde. Dort kam aber die große Wende. Er setzte sich in einem hochklassigen Fünfsatz-Duell mit 3:6, 6:3, 4:6, 6:4, 6:4 gegen Sinner durch und zog damit ins Finale ein, wo er erstmals seit mehreren Jahren wieder um den Titel kämpft. Dieser Erfolg machte den 38-Jährigen zum ältesten Finalisten der Herren in der Open-Ära bei den Australian Open.

 

 

Carlos Alcaraz - Rekorde sind da, um gebrochen zu werden

Mit seinem Sieg in Melbourne unterstrich Carlos Alcaraz einmal mehr seine außergewöhnliche Konstanz und Dominanz bei Grand-Slam-Turnieren. Der Spanier zählt mit der Vollendung des Karriere Slams zu einem exklusiven Kreis von nur neun Spielern, die alle vier Majors gewinnen konnten. Zum eben erwähnten Kreis zählen Rod Laver (AUS), Donald Budge (USA), Fred Perry (GBR), Roy Emerson (AUS), Andre Agassi (USA), Roger Federer (SUI), Rafael Nadal (ESP), Novak Djokovic (SRB) und eben Alcaraz.

Vor allem aber hat kein Spieler den Karriere Slam schneller vollendet als der 22-jährige Spanier. Nadal war 24 Jahre "alt", als er diese Marke erreichte. Federer und Djokovic waren mit 28 bzw. 29 Jahren ohnehin deutlich älter.

Österreich im Fokus

Aus Sicht der österreichischen Herren verliefen die Australian Open 2026 ohne Erfolgserlebnis. Lukas Neumayer scheiterte in der ersten Qualifikationsrunde. Für Jurij Rodionov und Sebastian Ofner war in Runde 2 der Qualifikation Schluss. Ofner erlebte ein dramatisches Match-Tiebreak-Drama, in dem er beim Stand von 7:1 bereits jubelte, am Ende aber mit 11:13 verlor und den Sprung ins Hauptfeld knapp verpasste. Filip Misolic scheiterte als erster Hauptfeld-Teilnehmer klar in der ersten Runde.

Bei den Damen scheiterte Sinja Kraus ebenfalls bereits in der ersten Qualifikationsrunde. Lilli Tagger gewann ihre ersten beiden Spiele und musste sich erst im Finale der Qualifikation geschlagen geben. Julia Grabher stand direkt im Hauptbewerb und gewann ihr erstes Match, doch in Runde 2 war Endstation. Für das sportliche Highlight aus rot-weiß-roter Sicht sorgte Anastasia Popatova im Damen-Bewerb. Die mittlerweile für Österreich spielende Athletin lieferte Weltranglisten-Nummer 1 Sabalenka einen überraschend engen und hochklassigen Kampf in der dritten Runde. Am Ende scheiterte sie nur knapp, hinterließ jedoch einen starken Eindruck.

 

 

Mixed-Doubles-Geschichte geschrieben

Für einen historischen Moment sorgte das australische Duo Olivia Gadecki und John Peers. Als erste Paarung seit 1989 gelang ihnen die erfolgreiche Titelverteidigung im Mixed-Doppel bei den Australian Open. Im Finale setzten sie sich mit 4:6, 6:3, 10:8 durch und lösten damit großen Jubel beim heimischen Publikum aus. Der Erfolg unterstrich die Bedeutung des Turniers auch für die australischen Spieler.