Nachdem Julia Grabher das Tennisjahr 2025 verletzungsbedingt vorzeitig beenden musste, sorgt die Vorarlbergerin nun bei den Australian Open für Schlagzeilen. Im Duell mit der Italienerin Elisabetta Cocciaretto setzte sich Grabher in drei Sätzen mit 7:5, 2:6, 6:4 durch und ist damit als zweite Österreicherin weiter.
In der zweiten Runde wartet nun Anna Kalinskaya. Die Russin ist als Nummer 31 gesetzt und rangiert mit Platz 33 in der WTA-Weltrangliste deutlich vor Grabher (Platz 95). Die Rollen sind klar verteilt – auch aus Sicht der Österreicherin.
„Es wird wieder ein sehr schweres Match. Aber ich werde versuchen, mich auf meine Sachen zu konzentrieren, und dann werde ich sicher auch meine Chancen bekommen. Körperlich fühle ich mich sehr gut und bin topfit“, so Grabher.
Kampf und Hitze
Gegen Elisabetta Cocciaretto fand Grabher rasch ihren Rhythmus, musste im zweiten Satz bei sengender Hitze jedoch einen Rückschlag hinnehmen. Die Österreicherin kämpfte sich dennoch zurück und bewies wie nach ihrer Verletzung mentale und körperliche Stabilität. Für die 29-Jährige ist das Duell mehr als nur ein Sieg. Es ist die Belohnung für Monate harter Arbeit: „Ich habe in den letzten Wochen und Monaten auch viel investiert und denke am Ende auch verdient gewonnen.“
Grabhers nächste Gegnerin Anna Kalinskaya startete mit einem Zweisatzsieg gegen Sonay Kartal ins Turnier, musste im ersten Satz jedoch kämpfen. Die Russin steigerte sich im Verlauf der Partie deutlich und setzte sich schließlich mit 7:6, 6:1 durch. Bereits in Brisbane und Adelaide hatte sie jeweils die zweite Runde erreicht.

Außenseiterin mit Selbstvertrauen
Nach einem gesundheitlich schwierigen Vorjahr präsentierte sich Kalinskaya im Jahr 2025 wieder konstant stark. Sie erreichte das Finale in Washington, das Viertelfinale in Cincinnati, Tokio und Hongkong sowie die dritte Runde in Montreal und bei den US Open. Der direkte Vergleich mit Julia Grabher ist Neuland, doch die Statistik zeichnet ein klares Bild. Kalinskaya gewann 16 ihrer letzten 19 Matches gegen Spielerinnen außerhalb der Top 50, während Grabher bislang alle zehn Hartplatzduelle gegen Top-50-Akteurinnen verlor.
Aus österreichischer Sicht ist klar: Julia Grabher geht als Außenseiterin ins Match gegen Kalinskaya, kann aber mit Selbstvertrauen und dem Gefühl, in Melbourne bereits Geschichte geschrieben zu haben, auf das Weiterkommen hoffen. Ein Sieg in der zweiten Runde würde ein Duell mit der polnischen Wimbledon-Siegerin Iga Świątek bedeuten.
