Alexander Zverev hat gute Laune. Die Sonne scheint ihm ins Gesicht. Beim Training flachst Deutschlands Tennis-Star entspannt mit Grand-Slam-Rekordsieger Novak Djokovic - das erste Masters des Jahres in der kalifornischen Wüste kann kommen.
Vor dem Start des Turniers in Indian Wells befindet sich Zverev im Wohlfühlmodus. Der Doppel-Triumph von Acapulco hat ihm auf der Reise in die USA Rückenwind gegeben. An der Seite seines Kumpels Marcelo Melo durfte er erstmals in 2026 für ein Siegerfoto posieren. Während Zverev mit Sombrero auf dem Kopf und einem breiten Lächeln im Gesicht den Pokal in die Höhe stemmte, jubelte ihm auf der Tribüne Töchterchen Mayla zu. Dieser Titelgewinn sei "etwas ganz Besonderes", sagte Zverev.
Die Voraussetzungen scheinen also gut, dass beim Hamburger nun auch im Einzel der (Titel-)Knoten platzt. Nach einem Freilos in Runde eins beginnt die Trophäen-Jagd (wohl schon am Freitag) gegen Matteo Berrettini (Nummer 66 der Weltrangliste) oder Adrian Mannarino (48).
Tennis "mehr genießen" - "Spaß" im Vordergrund
Und doch wird Zverevs Auftakt des "Sunshine Double" mit den 1000er Turnieren in Indian Wells und Miami von Skepsis begleitet. Wie hat er die Achtelfinal-Enttäuschung von Acapulco gegen den Serben Miomir Kecmanovic verkraftet? Kann ausgerechnet auf den langsamen Hartplätzen in Kalifornien, wo Zverev seit 2015 nie über das Viertelfinale hinauskam, Großes gelingen? Wie kommt er damit zurecht, dass im Gegensatz zu Mexiko nun die großen Stars der Branche wieder dabei sind?

Stars wie Djokovic, Jannik Sinner oder der Weltranglistenerste Carlos Alcaraz, der in Indian Wells seinen dritten Titel des Jahres anstrebt. Zwölf Siege in zwölf Matches feierte der Spanier, der Zverev bei den Australian Open in einem epischen Halbfinale besiegt hatte, in 2026, vor dem Turnierstart werden sogar schon Vergleiche mit Djokovics Fabelserie von 41 Erfolgen nacheinander aus dem Jahr 2011 hervorgeholt.
"Wenn man zwölf Siege hat, ist das, als würde man vier oder fünf weitere Turniere gewinnen müssen, die größten der Welt. Man merkt dann erst, wie beeindruckend das (die Zahl) ist", sagte Alcaraz. Mit solchen Themen darf sich Zverev momentan nicht beschäftigen. Gute Laune hat er trotzdem - und womöglich dank der Unterstützung seines besten Freundes und seiner Tochter die notwendige Lockerheit.
Denn, weil es mit der Verbissenheit der vergangenen Jahre nie zum Grand-Slam-Triumph gereicht hat, will es Zverev in dieser Saison mit mehr Gelassenheit probieren. "Generell will ich Tennis in diesem Jahr einfach ein bisschen mehr genießen", lautet sein Vorhaben. Harte Arbeit und unbändiger Wille werden ihn weiter auszeichnen, "aber es geht auch darum, Spaß daran zu haben".
