Alexander Zverev ist bester Laune. Zurück in der Wahlheimat, zurück im mediterranen Frühling von Monaco - und endlich "zurück auf Sand", wie er bei Instagram schrieb. Auf seinem Lieblingsbelag will sich der Tennisstar im Vorfeld der French Open in den nächsten Wochen in die Form bringen, die ihm den ersehnten Grand-Slam-Titel bescheren soll. Nächster Schritt: Das Masters in Monte Carlo ab Sonntag.
Becker "geht das Herz auf"
Schon seit Tagen ist Zverev auf der Anlage unterwegs, oft mit einem Lächeln, immer hart trainierend. Seinen neuen Weg will er schließlich unbedingt fortführen. Ein Weg, der den Glauben zurückgebracht hat, dass sich der Major-Fluch in diesem Jahr bezwingen lässt. Nicht nur bei Zverev selbst.
"Mir geht das Herz auf", sagte der sonst oft kritische Boris Becker kürzlich in seinem Podcast mit Andrea Petkovic: "Er spielt offensiv. Er steht im Feld. Er geht ans Netz. Er spielt mal Serve-and-Volley. So kann ein Sascha Zverev auch bald ein Grand-Slam-Turnier gewinnen."
Der Gelobte selbst hatte sich zuletzt ähnlich optimistisch geäußert. "Ich fühle", sagte er, "dass es passieren kann - und dass es passieren wird." Seinen Plan, nicht mehr so oft in Passivität zu verfallen, und auch häufiger mit der Vorhand zu attackieren, hat er zuletzt tatsächlich mit diszipliniert verfolgt - ohne Rückschläge zu dramatisieren. Er versuche noch einmal "etwas Neues", lobte auch Becker: "Und ich bin so froh, dass er das eben jetzt realisiert hat."
Ein Turnier jagd aktuell das Nächste
Zuletzt sah das teilweise schon so vielversprechend aus, dass Zverev als Mitfavorit ins Turnier im Fürstentum geht. Sollte es für den Titel nicht reichen, würde er es aber wohl verschmerzen - die Prioritäten haben sich im Alter von bald 29 Jahren eben verschoben, die Topform will Zverev in Paris (ab 24. Mai) haben. Zuvor stehen weitere "Vorbereitungsturniere" an - die Masters in Madrid und Rom etwa sowie Zverevs anderes Heimspiel in der Geburtsstadt Hamburg.
Ohnehin geht es aktuell Schlag auf Schlag. Oder um eine überstrapazierte Fußballphrase in den Tenniskontext zu transferieren: Nach dem Masters ist vor dem Masters. Denn erst kürzlich ging ja der sogenannte Sunshine Swing zu Ende, die beiden 1000er-Turniere in Indian Wells und Miami. Bei denen ein Mann alles überstrahlte.
Brisantes Duell im die Weltranglistenspitze
Jannik Sinner unterstrich in den jeweiligen Halbfinals seine Rolle als Zverevs Nemesis und sicherte sich in den jeweiligen Finals mühelos den Titel. Sinner ist derzeit selbst für Sinner-Verhältnisse in einer absurd anmutenden Topform. Belege gefällig? Bei seinem "Sunshine Double" in den sonnenverwöhnten US-Orten gab der 24-Jährige keinen einzigen Satz ab - als erster Doppelsieger jemals.
Und so sitzt der Südtiroler nun Carlos Alcaraz im Nacken und kann sich mit dem vierten Masterstitel in Folge wieder zur Nummer eins im ATP-Ranking aufschwingen - obwohl der spanische Titelverteidiger nach seinem Australian-Open-Sieg im Februar noch stolze 3350 Weltranglistenpunkte Vorsprung hatte. Auch weil Sinner wegen seiner dreimonatigen Dopingsperre im vergangenen Frühjahr derzeit extrem viele Zähler gewinnen kann.
Das Duell der beiden Dominatoren dürfte also auch in Monte Carlo alles überstrahlen. Zverev wird das recht sein. Im Schatten der Top Two wird er in Ruhe an seinem Spiel arbeiten - und nebenbei vielleicht für ein "verfrühtes" Highlight sorgen.
