Seit rund zwei Saisons muss auch der Serbe sich langsam eingestehen, dass sein Körper sterblich ist und altert. Bereits nach einer Knie-Operation im Juni schien 2024 also endlich das einzutreten, was sich die neue Generation und seine "Hater" so lange erhofft hatten: dass Novak Djokovic seinen Zenit überschritten hat.
Definition Gewinnermentalität: Olympische Krönung als größter Karriere-Triumph
Doch nur wenige Wochen nach seiner Demontage im Wimbledon-Finale 2024 in drei Sätzen sorgte der damals 37-Jährige nochmal für einen großen Knall: als ältester Tennis-Spieler aller Zeiten gewann er Olympisches Gold - und das ausgerechnet gegen eben jenen Final-Gegner aus London, Carlos Alcaraz.
Ein Jahrhunderttalent, das gemeinsam mit Jannik Sinner das Zepter im Tennis übernommen hat. Die beiden teilten sich alle Grand Slams seit 2024 utnereinander auf, und schienen in den größten Matches für die Konkurrenz unschlagbar zu sein.
Zum Match-Center: Djokovic vs. Alcaraz
Doch während Alcaraz in eben jenem olympischen Finale die Nerven flatterten, setzte sich Djokovic - der nicht zwingend der bessere Spieler war - am Ende durch. Wohl aufgrund all der Fähigkeiten, die ihn in seiner einmaligen Karriere auszeichneten: perfekte Taktik, unbändiger Hunger sowie nie zuvor gesehene Gewinnermentalität und "Coolness" in den wichtigen Momenten.
Ein Champion auf und neben dem Platz
Bei seiner fünften Teilnahme an Olympischen Spielen, nach 16 Jahren Warten und Verzweifeln, setzt sich der 24-fache Grand-Slam-Gewinner eine weitere, die letzte Krone auf. Neben all seinen Titeln, Rekorden und Superlativen wird zudem eines oft unterschätzt: Djokovic steht konsequent zu seinen Prinzipien und ist auch abseits des Courts ein wahrer Champion.
So verpasste er durch das Verweigern einer Impfung während der Covid-Pandemie die Chance auf noch mehr Grand Slams. Obwohl ihn viele Fans und Experten bereits seit Jahren als den Größten betitelten, der je einen Tennisschläger in die Hand genommen hat, war der zweifache Vater selbst noch nicht zufrieden. Stets hat er auf seinen großen Traum - Olympisches Gold - verwiesen. Sein ärgster Rivale Rafael Nadal hatte diese Medaille bereits im Jahr 2008 gewonnen.
Novak Djokovic ist der beste Sportler aller Zeiten
Zwei Jahrzehnte lang dominierte er die ATP-Tour, er gewann die meisten Majors in der Geschichte des Sports, er durchbrach die Ära von Nadal und Roger Federer. In Summe stand er mehr als acht Jahre lang an der Spitze der Weltrangliste. Djokovic war über lange Zeit hinweg unantastbar - und das in der umkämpftesten Ära des Sports.
Spätestens mit seinem letzten großen Aufwand in Paris, im fortgeschrittenen Alter und unter körperlichen Limitierungen, um seinen großen Traum gegen seinen Erben Alcaraz, der ihn zuletzt hatte so alt aussehen lassen, doch noch zu erfüllen, gilt Novak Djokovic für mich nicht nur als der beste Tennisspieler, sondern als bester Sportler aller Zeiten.

