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The Base Line: China-Star Zheng glänzt in Peking – Alcaraz und Djokovic triumphieren

Qinwen Zheng feiert ihren Titelgewinn in Peking.
Qinwen Zheng feiert ihren Titelgewinn in Peking.ČTK / AP / Achmad Ibrahim / Flashscore

Unsere regelmäßige Tennisrubrik "The Base Line" hält dich über die rasante ATP- und WTA-Tour auf dem Laufenden. Wer krönte sich zum Champion, wer strauchelte und welche Momente blieben in Erinnerung?

Die Champions der Woche

Es war eine Traumwoche für Lokalmatadorin Qinwen Zheng: Als erste Chinesin überhaupt sicherte sie sich den Titel bei den China Open in Peking. Im Endspiel setzte sie sich in zwei umkämpften Sätzen mit 7:5, 6:4 gegen Mirra Andreeva durch.

Getragen von der mitreißenden Kulisse feierte die 24-Jährige nicht nur ihren ersten WTA-1000-Titel, sondern wurde zugleich erst die vierte Wildcard-Spielerin der Geschichte, die ein Turnier dieser Kategorie gewinnen konnte.

Auf ihrem Weg ins Finale schaltete Zheng unter anderem Elina Svitolina sowie Elise Mertens aus und meldete sich damit nachdrücklich in der Weltspitze zurück. Die ehemalige Weltranglistenvierte, Australian-Open-Finalistin und amtierende Olympiasiegerin hatte nach einer schweren Ellenbogenverletzung verletzungsbedingte Tiefs hinter sich.

Doch spätestens seit ihrem Viertelfinaleinzug bei den US Open – samt Siegen über Iga Swiatek und Madison Keys – zeigte die Formkurve wieder steil nach oben. In Peking krönte sie dieses Comeback und kletterte im Ranking zurück auf Platz 23.

Trotz der Finalniederlage gab es auch für Mirra Andreeva Grund zur Freude: Die erst 19-Jährige stieg auf Rang drei der Weltrangliste auf – das bisherige Karrierehoch der jungen Russin, das ihr zugleich das Ticket für die WTA Finals sicherte.

Bei den Herren setzte Novak Djokovic eine weitere Benchmark. Der 39-jährige Serbe zeigte eine Ausnahmeleistung und sicherte sich seinen insgesamt 102. ATP-Titel. Auf dem Weg zur Trophäe setzte er sich unter anderem gegen den designierten Weltranglistenersten Alexander Zverev, Daniil Medvedev sowie den angeschlagenen Alex De Minaur durch.

Die aktuellen Statistiken von Novak Djokovic
Die aktuellen Statistiken von Novak DjokovicFlashscore

Damit feierte die Tennislegende nicht nur ihren ersten Saisontitel, sondern stellte auch ein historisches Novum auf: Seit 21 aufeinanderfolgenden Spielzeiten hat Djokovic in jedem Jahr mindestens ein Turnier gewonnen.

Nach seinem verletzungsbedingten Erstrunden-Aus bei den US Open waren viele Fragen zu seiner Form offen. Doch in Peking – wo er bei sieben Starts ungeschlagen ist – baute er seine eindrucksvolle Bilanz auf 34:0-Siege aus. Damit übertraf er sogar Rafael Nadals Serie von 31 French-Open-Siegen in Folge (2005–2009).

Das Halbfinale gegen Medvedev endete allerdings mit einem Eklat: Der Russe wurde beim Stand von 7:5, 3:5 disqualifiziert, nachdem er aus Frust einen Ball weggeschlagen und dabei einen Zuschauer im Gesicht getroffen hatte. Dieser Vorfall kostete Medvedev sämtliche Weltranglistenpunkte sowie das Preisgeld der Woche.

Parallel dazu verteidigte Carlos Alcaraz in Tokio erfolgreich seinen Titel und feierte nach überstandener Handgelenksverletzung seinen ersten Turniersieg seit dem Comeback. Im Finale besiegte er Jiri Lehecka mit 7:6 (4), 6:4. Obwohl der Spanier phasenweise noch nach seiner Bestform suchte, blieb er für Konkurrenten wie Alex Michelsen, Matteo Arnaldi, Denis Shapovalov und Jaume Munar unerreichbar. Für Alcaraz war es bereits der 27. Karriere-Titel.

Die größten Enttäuschungen

Eine kalte Dusche erlebte Elena Rybakina: In ihrem ersten Match als frischgebackene Nummer eins der Welt schied sie in der zweiten Runde von Peking überraschend mit 6:3, 4:6, 3:6 gegen die Weltranglisten-118. Alina Charaeva aus. Offensichtliche körperliche Probleme zwangen Rybakina anschließend auch zur Absage für das Folgeturnier in Wuhan.

Auch ihre Vorgängerin an der Spitze, Aryna Sabalenka, strich früh die Segel und unterlag in Runde drei der späteren Halbfinalistin Nikola Bartunkova glatt mit 4:6, 3:6. Für die Belarussin setzt sich damit eine zähe Saison ohne Grand-Slam-Titel fort – der letzte Turniersieg datiert aus dem März in Miami.

Ebenfalls enttäuschend verlief das Turnier für den an Nummer zwei gesetzten Felix Auger-Aliassime. Der Kanadier scheiterte wie schon bei den US Open direkt in Runde eins an Karen Khachanov (3:6, 3:6). Zusammen mit seinem neuen Coach Ivan Ljubicic versucht Auger-Aliassime nun, aus der Krise zu finden. Ein erster Erfolg war der Auftaktsieg in Shanghai am Montagmorgen gegen Pablo Carreno Busta.

Thema der Woche: Absagenwelle & Kalender-Debatte

Der Weltranglistenerste Jannik Sinner gab bekannt, seine Saison wegen einer anhaltenden Knieverletzung vorzeitig zu beenden. Damit verpasst der Südtiroler nicht nur die restlichen Asien-Turniere, sondern kann auch seinen Titel bei den ATP Finals in Turin nicht verteidigen. Sinners Ausfall reiht sich ein in eine Serie prominenter Verletzungen und heizt die Diskussionen über den überfüllten Profikalender erneut an.

Sinners Absage hat auch direkte Auswirkungen auf das Ranking: Alexander Zverev wird in den kommenden Wochen erstmals die Nummer eins der Welt übernehmen und das Jahr an der Spitze beenden – der verdiente Lohn für eine herausragende Saison, in der der Deutsche bei den French Open und den US Open seine ersten beiden Grand-Slam-Titel feierte.

Die spektakulärsten Ballwechsel

Djokovic und Zverev boten dem Publikum in Peking Hochleistungstennis mit phänomenalen Ballwechseln. Besonderes Highlight: Ein charakteristischer Rückhand-Passierball des Serben, mit dem er im Finale unter enormem Druck einen Breakball abwehrte.

Ausblick: Das steht an

Beim Shanghai Masters läuft derzeit bereits die zweite Woche. Während Zverev und Alcaraz beim vorletzten Masters-1000er der Saison weiter im Rennen sind, mussten unter anderem Shelton, Cobolli, Tiafoe, Fritz und Djokovic bereits die Segel streichen.

Für Djokovic reicht das bisherige Abschneiden jedoch knapp zur Qualifikation für die ATP Finals. Um die verbleibenden Plätze für das Saisonfinale in Turin kämpfen in den nächsten Wochen unter anderem Arthur Fils, Daniil Medvedev, Alex De Minaur und Rafa Jodar.

Parallel dazu schlägt die Damen-Elite bei den Wuhan Open auf. Trotz namhafter Absagen – unter anderem fehlen Titelverteidigerin Coco Gauff, Rybakina, Andreeva und Noskova verletzungs- oder erschöpfungsbedingt – verspricht das Feld Hochspannung.

Sabalenka (l.) und Pegula im vergangenen Jahr in Wuhan
Sabalenka (l.) und Pegula im vergangenen Jahr in WuhanWu Zhizun / Xinhua News / Profimedia

Die dreifache Wuhan-Siegerin Aryna Sabalenka führt die Setzliste gemeinsam mit Jessica Pegula an, während Spielerinnen wie Swiatek, Svitolina, Muchova und Kostyuk um wichtige Punkte für die WTA-Finals-Qualifikation kämpfen.

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