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Miedler/Oberleitner nach historischem Triumph in Shanghai: "Haben an uns geglaubt"

Miedler/Oberleitner unmittelbar nach dem verwerteten Matchball
Miedler/Oberleitner unmittelbar nach dem verwerteten MatchballREUTERS

Lucas Miedler und Neil Oberleitner haben mit ihrem Titelgewinn beim Masters-Turnier in Shanghai österreichische Tennisgeschichte geschrieben. Nach dem souveränen Finalerfolg gegen Francisco Cabral und James Tracy überwogen Freude und Erleichterung. Auch ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer zeigte sich beeindruckt.

„Wir wussten, es kann funktionieren. Dass es jetzt schon klappt, ist beeindruckend.“ Lucas Miedler konnte sein Glück nach dem historischen Triumph beim Masters in Shanghai kaum fassen. Gemeinsam mit Neil Oberleitner hatte der Niederösterreicher am Sonntag seinen ersten Masters-Titel gewonnen – und das erst beim zweiten gemeinsamen ATP-Turnier.

Im Finale setzte sich das österreichische Duo gegen Francisco Cabral (Portugal) und James Tracy (USA) nach 66 Minuten mit 6:3, 6:4 durch. Miedler und Oberleitner blieben damit während des gesamten Turniers ohne Satzverlust.

Zum Match-Center: Miedler / Oberleitner vs. Cabral / Tracy

Für beide war es der bislang größte Karriereerfolg. Nach dem Viertelfinaleinzug in Tokio in der Vorwoche folgte in Shanghai bereits der erste gemeinsame Titel.

Miedler: „Wir haben Spaß, eine gute Harmonie“

Für Miedler kam der Erfolg überraschend schnell, völlig aus dem Nichts sei er allerdings nicht entstanden. Die beiden Österreicher kennen einander bereits seit Jahren und hatten auch auf der Future-Tour gemeinsam gespielt.

„Wir haben Spaß, eine gute Harmonie. Wir wussten, es kann funktionieren, weil wir uns schon länger kannten und Futures gespielt haben“, erklärte Miedler. Der 30-Jährige feierte in Shanghai bereits seinen 14. ATP-Titel, erstmals allerdings auf Masters-Ebene. Auch Oberleitner hob die gute Beziehung zu seinem Doppelpartner hervor. „Lucas ist ein guter Freund von mir, wir sind auf und neben dem Platz sehr harmonisch“, sagte der Wiener.

Vor seinem ersten Masters-Finale sei die Anspannung durchaus spürbar gewesen. Auf dem Platz hätten die beiden jedoch schnell zu ihrem Spiel gefunden. „Ich war natürlich ein bisschen nervös vor meinem ersten Masters-1000-Finale. Wir sind aber ruhig geblieben und haben unser bestes Tennis gespielt“, so Oberleitner.

 

 

Die Zahlen unterstreichen seine Einschätzung. Im Endspiel gewannen die Österreicher 24 von 25 Punkten nach dem ersten Aufschlag und gaben bei eigenem Service insgesamt nur sechs Punkte ab. Je ein Break pro Satz reichte zum souveränen Zweisatzsieg.

Melzer: „Sie waren einfach klar die Besseren“

Große Anerkennung gab es auch von ÖTV-Sportdirektor und Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer, der die letzten drei Partien des Duos verfolgt hatte. „Ich finde, das war eine extrem überzeugende Woche von den beiden. Sie waren in den Partien einfach klar die Besseren“, lobte Melzer.

Besonders beeindruckt zeigte sich der ehemalige Top-Ten-Spieler von der mentalen Stärke der beiden Österreicher. „Was die Woche extrem war, wie gut und ruhig sie in den entscheidenden Situationen gespielt haben. Die wichtigen Punkte haben sie eigentlich alle gemacht.“

Für Melzer kommt der Erfolg nicht völlig überraschend. Bereits beim Davis-Cup-Duell mit Belgien im September hatten Miedler und Oberleitner ihre Qualitäten als Doppel unter Beweis gestellt und einen wichtigen Punkt zum österreichischen Gesamtsieg beigesteuert.

Der ÖTV-Sportdirektor traut dem Duo deshalb auch in Zukunft einiges zu: „Ich glaube, die werden nächstes Jahr sehr gefährlich werden und hoffentlich noch den einen oder anderen 1000er-Titel dazuholen.“

Historischer Erfolg mit Auswirkungen auf die Weltrangliste

Mit ihrem Triumph sind Miedler und Oberleitner die ersten österreichischen Masters-1000-Doppelsieger seit Alexander Peya, der 2018 gemeinsam mit Nikola Mektić in Madrid gewonnen hatte. Ausgerechnet Peya betreute das Duo während der erfolgreichen Woche in Shanghai.

Für den Turniersieg erhalten beide jeweils 1.000 ATP-Punkte und 234.100 US-Dollar Preisgeld. Miedler wird damit sein bisheriges Karrierehoch von Platz 19 in der Doppelweltrangliste einstellen. Oberleitner verbessert sich auf Rang 23 und schafft erstmals den Sprung unter die Top 30.

Nach nur zwei gemeinsamen ATP-Turnieren hat Österreich damit ein neues Spitzendoppel, das bereits einen der größten Titel im internationalen Tennis gewonnen hat.

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